ADRAMELCH - Lights From Oblivion

VÖ: 27. April 2012
Pure Prog Records

Wie ich das hasse … da veröffentlicht eine Band aus Italien anno 1988 ein Meisterwerk (so spricht die Szene) des Progressive Metal, löst sich schnell wieder auf, kommt 2005 mit einst nicht veröffentlichten Songs zurück und von dieser Kultband soll ich nun das erste Album mit komplett neuem Material adäquat beschreiben.
Wie ich das liebe … wenn man den ersten Absatz ganz nüchtern zugrundelegt und man von einem Juwel rockender Progressivkunst vereinnahmt wird. Was sind also die Eckpunkte dessen, was mich schon seit Tagen nicht mehr los lässt. Die klare Produktion, aus der man wirklich alles heraushören kann: Das facettenreiche Drumming. Die eigenständige Bassarbeit, die den Songs mehr zu bieten hat, als nur "mit zu laufen". Die Saitenfront, die wirklich ihren ganz ureigenen Stil inne hat, mit wunderschönen Doppelläufen glänzt und filigran ausgefeilte Soli zum Besten gibt. Und dann noch der Gesang, der dem gesamten Material das i-Tüpfelchen zu dem aufsetzt, was es in der kompletten Stunde eh schon massig bietet - Dramatik, Epik, Spannung, Emotionalität ("so viel Gefüüühl" würde ein Herr Bohlen sagen). Refrains wie "Aelegia" oder "Islands Of Madness" packen gleich beim Erstkontakt und setzen sich ganz tief in der Seele fest. Da beschreitet der "Wonderful Magician" in den Strophen seinen ganz eigenen "Stairway To Heaven", da erzeugt das Instrumental "Chiarosuro" dezentes "Orion"-Flair und eigenständige Folk-Einflüsse werden hier völlig ohne Kitsch-Ballast verarbeitet ("King (Of The Rain Of Tomorrow)"). Dazu noch eine flottere Nummer wie "Beyond A Lifetime" oder das große Weiten vermittelnde "Truth Lies …" - man, ohne Scheiß, das Album ist derzeit ein täglicher Gast in meinem CD-Player. Selten so schöne Musik gehört. (sw)

- 9/10 -



 



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