VÖ: 20. Januar 2012 Apostasy Records
Ein Kleinod melodischer Schwedentod-Kunst kommt aus dem emsländischen Papenburg. Nach zwei selbst veröffentlichten EPs erscheint mit "Ekpyrosis (Periodic Destruction)" nun der erste Longplayer beim noch jungen Label Apostasy Records. Ebenso jung ist auch die Band. Und auch wenn man sich bewusst sein muss, dass dieser "Altersbonus" irgendwann verfliegt, verleitet genau das zum Aufmerken, wenn man sich diese sieben Songs (plus Intro) reinzieht. Die Basis ist eindeutig die NWOSDM - angereichert mit einer Messerspitze Black und Thrash. Gerade die Gitarrenarbeit erinnert mich immer wieder an Dark Tranquillity zu "The Gallery"-Zeiten. Es ringt mir gehörigen Respekt ab, mit welcher Detailverliebtheit das Saiten-Duo Tobias Schaub/Alexander Petri hier die Melodien und Harmonien ausarbeitet. Als wollten sie mit vorsätzlicher Absicht jede etwaige Ähnlichkeit zu den Genre-Klassikern vermeiden. Doch diesen "Druck" blenden sie offensichtlich einfach aus, denn "auf Krampf" klingt hier quasi nichts. Dazu passen dann auch die vornehmlich im kraftvollen Growlen gehaltenen Vocals, die nur gelegentlich zum höheren Screamen ausweichen. Über einen leichten progressiven Anspruch kann man vielleicht streiten, denn Drummer Immo Groeneveld hat wirklich Spaß daran (und das Können dazu), innerhalb der Songs immer wieder mit überraschenden Wendungen zu hantieren. Das kann dem Hörer je nach Tagesform vielleicht mal zu viel werden und den Wunsch nach mehr Fokus für die Zukunft hegen. Doch ich habe die Scheibe jetzt an die zehn Mal durch und erfreue mich immer mehr an dieser Unverbrauchtheit, Frische und auch Entschlossenheit. Bin jetzt schon gespannt, was die Band aus diesem Fundament in den nächsten Jahren noch machen wird! (sw)
- 8/10 -
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