VÖ: 13. Juli 2012 Nuclear Blast
Mit einem ersten Blick auf das Cover von "The Union Of Crowns" hat man eigentlich direkt Lust, die Scheibe gleich wieder in den Tiefen des Mülleimers zu versenken, denn es ist bis jetzt eines der hässlichsten Artworks, das ich bis dato je auf einem Album erblicken konnte. Als dann das Album erklang, wurde ich aber auch direkt für meinen Mut belohnt, mich nicht vom Cover abschrecken zu lassen und so gab ich mich 54 Minuten herrlichster Musik hin, vereint in 15 Songs. Wovon ich sehr überrascht war - was eigentlich fast schon traurig ist - ist, dass der Clean-Gesang männlich klingt. Ich war irgendwie perplex, hat man heutzutage nicht eher das Gefühl, dass jeder Hauch von Clean-Gesang nicht gleich entweder mit Autotune zurechtgerückt wird, oder die meisten Bands den inneren Wunsch haben, höher zu singen als jede Frau es könnte, klingen die Vocals von Bury Tomorrow tatsächlich erfrischend "normal", klares Plus! Doch auch die energiereichen Shouts-Parts verfehlen ihre Wirkung nicht, denn sie heizen ordentlich durchs Trommelfell und geben vor allem mit den melodischen Gitarren-Elementen ein wunderbares Wechselspiel ab. Vor allem in Songs wie "Royal Blood" macht sich dieser Kontrast besonders bemerkbar. Denn hier werden harte, kräftige Shouts mit den soften Cleans in direkten Vergleich gestellt und alle anderen Instrumente schlagen sich in diesem "Kampf" immer wieder von der einen auf die andere Seite. Vergleiche mit anderen Bands erweisen sich gerade bei Bury Tomorrow schwer, da sie einfach ein sehr breites Spektrum haben. So klingt der bereits erwähnte Song "Royal Blood" wie direkt aus der Feder von Parkway Drive, allerdings fühlt man sich beim Song "1603" tatsächlich wie in die Vergangenheit zurückgesetzt, denn große Anteile des Songs erinnern (zumindest mich) an alten 80er Jahre Metal. Und so wie in diesem Song finden sich auch in so ziemlich jedem anderen bestimmte Teile, die einfach jedem Song seinen eigenen Charakter verleihen. So bleibt letztendlich nur zu sagen, dass man sich bei diesem Album auf sehr guten melodischen Metalcore freuen kann, ohne Autotune und sonstigen Firlefanz. (zeo)
- 8,5/10 -
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