VÖ: 05. September 2008 Spinefarm Records
Nett ist das nicht gerade wenn man sich als geneigter Dragonforce-Fan am 22. August das neue Album kauft, nur um drei Wochen später festzustellen, daß die "Nachhut" noch eine DVD und zwei Bonustracks dabei hat. Nicht gut... Was soll's. Ich hab gewartet und bekomme das, was ich von der Multikulti-Truppe aus England erwarte: Spaß in Tüten. Was sag ich - Container voller Spaß! Fans dürfen hier blind zugreifen und bekommen von den Erfindern des Extreme Power Metal sogar ein paar dezente Erneuerungen präsentiert. Überschallgeschwindigkeit, bis sich der Magen meldet. Gitarren- und Keyboardexzesse, die beim bloßen Hören schon Knoten in die Finger machen. Und natürlich jede Menge Hymnen, die quasi zum Headbangen und Fist raisen nötigen. Doch auf Album Numero Vier, zeigt sich das Sextett nicht nur durchgeknallt wie eh und je, sondern auch auf ihre Art überlegt und... äh, gereift. "Reasons to live" erschlägt am Anfang mit einem Blastbeat, der Kataklysm das Fürchten lehren würde, danach geht es für Force'sche Verhältnisse schon gemächlich weiter. Und auf "The last journey home" zeigt die Band quasi ihre Form von Epik. Ein unerwartetes Highlight. Und alles schlüssig in den Sound integriert, so daß man genau merkt, daß die Briten hier nicht auf Krampf was ändern wollen. Das merkt man dann auch bei den angesprochen Bonustracks: "Strike of the ninja" trieft mit seinem "Midtempo" richtig vor Klischee und braucht nur 3 Minuten und 18 Sekunden - Frevel... dazu gesellt sich noch "Scars of yesterday". Ein abgepfiffener Dragonforce-Overkill, der beweist, daß selbst beim hohen Tempo songwriterisch noch nicht alles gesagt ist. Hier geht noch viel mehr. Kurz zur DVD: Ein "Making of" zum Album - kurzweilig, lustig, interessant. Und ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Gitarrenfirma Ibanez, wie dort die Signature Gitarre von Herman Li gebaut wird. (sw)
- 9/10 -
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