VÖ: 17. Dezember 2010 AFM Records
Ektomorf sind in Sachen Metal aus Ungarn sicherlich DIE Institution schlechtin, auch wenn der ganz große Wurf bisher nicht gelang, und sich die Band nach wie vor mit den ewigen Vergleichen mit Soulfly auseinandersetzen muss. Trotzdem, unzählige Alben in 16 Jahren Bandgeschichte sprechen da eine deutliche Sprache. Das neueste Album "Redemption" soll nun also für die Erlösung sorgen ... wovon? Aber mal der Reihe nach: Soundmäßig hat sich im Hause Ektomorf nicht allzu viel getan: Neo Thrash, Nu Metal und eine Prise Hardcore. Die beiden Opener "Last fight" und der Titelsong sind dabei die reinsten Groovewalzen und lassen auf ein durchweg starkes Album hoffen. Doch leider geht es danach auch schon kontinuierlich bergab. "I'm in hate" und "God will cut you down" sind soweit noch "ganz nette" Nummern, und bei "Stay away" kommt dann die Nu Metal-Vorliebe deutlich zum Vorschein, was nun aber auch nicht zwingend negativ sein muss. Das im Midtempo beginnende "Never should" nervt streckenweise ganz fürchterlich durch den Sprechgesang von Bandchef und Fronter Zoltán Farkas, während die anschließende Halbballade "Sea of my misery" kaum mehr als das Prädikat "überflüssig" verdient. Die Absicht, neue Fans anzusprechen (?), in dem man "The one" im Duett mit Danko Jones eingespielt hat, und somit ein bißchen Rock'n Roll-Attitüde zu versprühen versucht, ist eher nur bedingt geglückt. Bei "Revolution", "Cigany" und dem abschließenden "Anger" sind dann abermals die Soulfly-Einflüsse deutlich herauszuhören, während Fronter Zoltán bei "Stigmatized" leidlich bemüht ist, in den Strophen clean und gefühlvoll (!) zu singen, was ich mal als gänzlich gescheitert bezeichnen möchte. Nach 12 Songs und rund 41 Minuten habe dann aber zumindest ich die eingangs erwähnte Erlösung gefunden. Bevor man mich jetzt aber falsch versteht: "Redemption" ist kein schlechtes Album. Die Versuche, neue Wege zu gehen, und neue Dinge auszuprobieren, ist durchaus positiv, und so drei oder vier gute Songs hat das Album auch zu bieten. Die Fans der Truppe werden das Album zweifelsfrei lieben, aber mir persönlich ist das alles viel zu wenig, zu austauschbar, zu unkreativ und Akzente oder bleibende Eindrücke vermag "Redemption" leider auch nicht zu hinterlassen. (maz)
- 6,5/10 -
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