VÖ: 17. September 2007 AFM Records
Allzu leicht machen es einem die Italiener mit Album Nummer 4 nicht gerade. Nach dem ersten Durchhören wusste ich erst gar nicht so recht, was ich von dieser Scheibe halten soll. Zuviele Einflüsse scheinen in kürzester Zeit auf den Hörer niederzuprasseln. Elvenking reichern ihren klassischen Powermetal mit vereinzelten Düster-Growls (grossartig: "Poison tears") und Violinklängen an (bestes Beispiel: "Lost hill of memories"), was einigen Songs einen starken Mittelalter-/Fantasy-Flair verleiht und hier und da mitunter an Skyclad, Blind Guardian oder gar Suidakra erinnert. Das instrumentale Stück "Totentanz" mit seinen leise gesprochenen Passagen in bester Märchen-Erzähl-Tradition unterstreicht dies eindrucksvoll. Insgesamt fällt auf, dass das Quintett auf diesem 4. Album viel düsterer zu Werke geht. Es war wohl eine gute Entscheidung, sich für die Aufnahme von "The scythe" in den Finnvox Studios zu verschanzen. Mika Jussila verleiht der Scheibe einen klaren und sehr guten Sound mit teilweise leicht finnischer Schlagseite. Das bewundernswerte Coverartwork in bester Children of Bodom-Reaper-Manier tut sein Übriges dazu. Und eben dieser Sensenmann hält das Ruder auf dem Album fest in seiner Hand, denn das Thema Tod zieht sich hier wie ein roter Faden durch das ganze Album. "The scythe" ist aufgrund seiner vielfältigen Einflüsse und musikalischen Feinheiten sicherlich kein Album für zwischendurch. Wer sich allerdings intensiver mit der Scheibe beschäftigt, taucht nach und nach immer weiter in eine geheimnisvolle Fantasy-Welt ab und lernt das Album immer mehr lieben, auch wenn mir persönlich der Gesang von Fronter Damnagoras nicht durchgehend zusagt. (maz)
- 7/10 -
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