ENEMY OF THE SUN - Caedium

VÖ: 28. Mai 2010
Massacre Records

Wie die Zeit vergeht. Es ist schon wieder drei Jahre her, dass Waldemar Sorychta mit komplett neuer Mannschaft und neuem Namen seinem Grip Inc.-Grundgedanken die evolutionären Freigeisterflügel verlieh. Jetzt also der Nachfolger zu "Shadows". Und der thrasht mit dem Opener "Another end of the rainbow" schon mal dermaßen rabiat durch die Botanik, dass man seine Lauscher festhalten sollte. Das folgende "I am one" verzückt sogleich mit den von Sorychta so gerne verwendeten südländischen Gitarreneinflüssen, hält sich mit schickem Chorus aber eher im Midtempo auf. Und genau diese Mischung, die man schon vom Debüt "Shadows" kennt, wird hier auf einem verdammt hohen Energielevel weiter geführt. Über Sorychta's eigenständiges Gitarrenspiel braucht man keine Worte mehr verlieren, Sänger Jules Näveri zeigt sich speziell in den vielen cleanen Passagen immer mehr gefestigt. Und beim Drumming ist es wirklich Daniel Zeman (und nicht Dave Lombardo), der leichten Fußes dafür sorgt, dass die zahlreichen rasanten Gitarre/Doublebass-Paarläufe mitunter Fear Factory-artige Züge haben.
Was "Caedium" meines Erachtens leider fehlt, ist der eine oder andere Hit. "Ticket" und "Sky shooting stars" lassen zwar gerne die ganz alte Vergangenheit durchblicken, aber z.B. "The golden horizon" verliert sich doch etwas zu stark in sich selbst. Auch wenn es mir schwer fällt, dies zu behaupten … aber vielleicht sorgt die Trauer um Gus Chambers (Grip Inc. - verstarb im Oktober 2008) immer noch dafür, dass dieser Knoten auf "Caedium" nicht vollständig platzt. Auf jeden Fall braucht das Album ein paar mehr Durchläufe, die es aber auch verdient hat. (sw)

- 8/10 -



 



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