ENSIFERUM - From afar

VÖ: 11. September 2009
Drakkar Records

Humppa und kein Ende ... aber stop, wir wollen Ensiferum nun auch nicht ungerecht werden. In dem ganzen unübersichtlichen Sumpf aus Getröte, Geflöte und peinlich-nordischen Saufliedern, stachen diese Finnen glücklicherweise schon immer positiv heraus. Überlassen wir also den besagten Sumpf lieber Korpiklaani & Co., und erfreuen uns am vierten Fulltime-Album der Nordlichter um Bandkopf Markus Toivonen.
Nach einem eher durchwachsenen Intro, scheppert der Titelsong und das nachfolgende "Twilight tavern" (mit ungewöhnlichem Frauen-Chor) in bester Schunkelmanier aus den Boxen, ohne die nötige Ernsthaftigkeit zu verlieren, wenngleich die Melodien wieder einmal sehr fröhlich daherkommen. Besonders erfreulich wird die Scheibe dann bei Titeln, bei denen der Viking-/Folk-Anteil auf ein Minimum reduziert wird, und sich plötzlich sowas wie kleine aber feine Melodic Death-Perlen herauskristallisieren, wie das starke "Heathen throne", das im weiteren Verlauf überraschend von orchestralen Passagen unterbrochen wird. Mangelnden Ideereichtum kann man der Band nun nicht gerade vorwerfen, denn da tauchen im potentiellen Hit "Stone cold metal" plötzlich Mandolinen und Westernstimmung auf - noch "anti-skandinavischer" geht es kaum. Für die etwas älteren Headbanger sorgt dann die Midtempo-Nummer "Smoking ruins" für eine angenehme Nackenmassage, während im abschließenden 13-Minuten-Epos "The longest journey" nochmal alle Register musikalischen Könnens gezogen werden. Mit "From afar" ist Ensiferum ein wirklich starkes Album gelungen, für das ich eigentlich "nur" 7,5 Punkte vergeben wollte, aber der durchaus innovative Ideenreichtum beschert den Mannen dann doch noch eine knappe 8. (maz)

- 8/10 -



 



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