FEAR MY THOUGHTS - Vulcanus

VÖ: 12. Januar 2007
Century Media

Es ist erfreulich zu sehen, dass die deutsche "modern melodic death"-Szene immer weiter auf dem Vormarsch ist, und mittlerweile locker mit der Konkurrenz aus Übersee mithalten kann bzw. dieses teilweise sogar übertrifft.
Mit "Vulcanus" liefern Fear my Thoughts bereits Album Nummer 5 ab und haben sich nun endgültig dem Hard-/Metalcore abgewandt und sind komplett im Metal-Lager angekommen. Im Gegensatz zu den auf den ersten Blick vergleichbaren Bands wie Heaven Shall Burn, Neaera und Maroon können Fear my Thoughts mit ihrem neuen Album einen ganz entscheidenden Unterschied aufweisen: Die musikalische Abwechslung auf "Vulcanus" hätte zumindest ich in dieser Form so keineswegs erwartet!
Die beiden Opener "Accompanied by death" und "Blankness" dürften noch am ehesten der Marke "typisch Fear my Thoughts" entsprechen. Vor allem "Blankness" gibt gerade in den Strophen ordentlich Vollgas, um dann in einem wahren Ohrwurm-Refrain mit Clean Vocals zu enden. Die Gitarrenarbeit, die eh schon von Album von Album besser wurde, dürfte spätestens hier auf einem ersten Höhepunkt angekommen sein.
"Culture of fear" fängt dagegen ganz ruhig und akustisch-melancholisch an und bleibt dann auch im düsteren Midtempo-Bereich hängen.
"Stamp of credence" gipfelt hingegen fast schon in kreischenden Black Metal-Parts. Das Titelstück "Vulcanus" ist wiederum ein wunderschönes Instrumental-Stück, das zwar beim ersten Komplett-Durchlauf des Albums ein wenig den Hörfluss unterbricht, sich so nach und nach aber immer besser und harmonischer ins Gesamtbild einfügt.
Weitere Highlights sind das mit den beiden Destruction-Recken Schmier und Mike eingespielte und richtig schön thrashige "Accelerate or die" oder das experimentelle und epische "Culture of fear".
Wie bereits erwähnt, die Abwechslung ist ganz klar die Stärke dieses Albums. Ungewöhnlich, aber dennoch eigenständig und innovativ, sind die häufiger mal aufblitzenden progressiven, fast schon an Opeth erinnernden Elemente.
"Vulcanus" ist definitiv das mit Abstand beste und abwechlungsreichste Fear my Thoughts-Album, das nur haarscharf an der Bestnote scheitert. (maz)

- 9,5/10 -



 



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