VÖ: 16. April 2010 Riot Entertainment
Wie auch als WWE Wrestling Superstar hat sich Chris Jericho mit seiner Band Fozzy vom aufstrebenden Entertainer hin zu einer ernst zu nehmenden Institution entwickelt. Erst jongliert man mit abenteuerlichen Images und coolen Coverversionen, ab Album Nr. 3 ("All that remains", 2005) ist aber Essig mit Fremdschmücken, und schon wächst die eigene Identität. Und abgesehen vom kitschigen Albumtitel ist "Chasing the grail" wirklich verdammt ernst zu nehmen. Ein Old/New School-Mix voller männlicher Hormone irgendwo zwischen Ozzy, Black Label Society, 80er Flair und moderner Südstaaten-Attitüde. Ja, selbst Metallica- oder Iron Maiden-Fans mit Weitblick werden überrascht sein von den mächtigen Grooves, den kraftvollen Riffs von Rich "The Duke" Ward (Stuck Mojo) und Jericho's charismatisch-melodischen Stimme. All das entlädt sich mit hitverdächtiger Qualität im furiosen Opener "Under blackened skies" (cooler Refrain), in subtilen Rüpeleien ("Pray for blood") oder mächtigen Groovern wie "God pounds his nails". Aber die Gegenseite schläft nicht - "Grail" als Paradebeispiel für die Alt-Neu-Verbindung, die Southern-Einflüsse bei "Broken soul" und das epische "Wormwood" stellt in Sachen Tiefgang und Abwechslung die gesamte Fozzy-Diskografie in den Schatten. Respekt. Lange Rede - kurzer Sinn: Für mich ein ganz heißer Anwärter auf einen Dauerplatz im Auto auf dem Weg zu den Sommerfestivals. (sw)
- 8,5/10 -
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