FREITOD - Nebel der Erinnerungen

VÖ: 12. März 2010
Ván Records

"Ich höre gerade Freitod" - mein Umfeld ruft schon den Notarzt. Doch der Reihe nach. Freitod gründeten sich 2005 mit der Absicht, emotionalen, negativen Metal zu kreieren - Mission gelungen. Zumindest hat man gegenüber den zeitgleich erscheinenden Simple Existenz die Nase weit vorn. "Nebel der Erinnerungen" kann den Hörer in Trance versetzen - wenn er das möchte. Die Grundstimmung ist nahe einer schweren Depression, doch die musikalische Umsetzung ist stark genug, trotz hörbar leidender Texte, nicht mal im Entferntesten an die Durchführung des Bandnamens zu denken. Die Wurzeln liegen irgendwo im ganz alten Black Metal mit stark angezogener Handbremse. Man vermag vielleicht Immortal ("Ein Ende") oder sogar doomige Endstille ("Pure Manipulation") zu vernehmen. Man lässt sich aber auch gerne von einfachen Melodien tragen ("Diese Narben"). Auch die gekrächzten deutschen Texte verfehlen ihre Wirkung nicht. Sogar im klaren Gesang - ein immer währender Stolperstein - bewegt man sich galant am Fremdschämen vorbei ("Ein neuer Tag", "Abwärts"). Obendrauf noch das Genocide-Cover "Blasphemy" und … ja, und was? Was hat dieses Album? Es hat Leben in sich und erscheint mir sehr ehrlich. Das ist Grund genug! (sw)

- 7,5/10 -



 



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