VÖ: 14. November 2008 Inside Out
Siehste: Es geht auch anders. Das zumindest habt sich Frost-Keyboarder und Mainman Jem Godfrey gedacht und festgestellt, daß sein Gesang (auf dem Debüt "Milliontown") nichts taugte. So wurde die Band auf vorliegendem Zweitwerk auf fünf Personen aufgestockt und der neue Sänger Declan Burke (zugleich noch an der zweiten Gitarre) ist eine wahre Offenbarung. Trotz seiner höheren Tonlage besitzt der Mann eine ungeheure Wärme in der Stimme und zieht mich sofort in den Bann. Doch das ist nicht der einzige Pluspunkt auf "Experiments in mass appeal", denn das Songmaterial verblüfft mich immer mehr - und das nicht nur durch die immer wiederkehrenden Laut/Leise-Wechsel. So wird amtlich Spannung und Gefühl erzeugt. Auch wenn am Anfang von "Pocket sun" die "Thunderstruck"-Spielweise ziemlich verfremdet wird - es passt super und ein interessanter Refrain macht daraus einen flotten, ungewöhnlichen Rocksong mit höchstem musikalischen Anspruch. Dem steht z.B. auch "Toys" in nichts nach und erinnert fast an eine abgespacete Variante der kürzlich verblichenen Harem Scarem. "Experiments in mass appeal" klingt von der ersten bis zur letzten Sekunde völlig up to date. Hier wird nicht mit obskuren Instrumenten Progressivität geheuchelt, sondern anspruchsvoll und mit einer fast schon erfrischenden Leichtigkeit nach vorne gerockt. DAS ist mal ein (P)rock-Album, welches ich mir wirklich gerne anhöre - nicht nur einmal! (sw)
- 8,5/10 -
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