VÖ: 22. Juni 2012 Roadrunner Records
Ein Album wie "The Way Of All Flesh" (2008) übertreffen zu wollen, dürften selbst Gojira kaum gelingen. Die Erwartungen an "L'Enfant Sauvage" (= "Das wilde Kind" oder "Wolfskind") waren entsprechend hoch, doch die Franzosen um die beiden Duplantier-Brüder lassen sich von solch einem Druck natürlich nicht beirren und haben sich für ihr fünftes Album vier Jahre Zeit gelassen. Viel geändert hat sich im Grunde aber nichts, doch das ist keineswegs negativ. Die Songs auf "L'Enfant Sauvage" hätten größtenteils durchaus auch auf das Vorgängeralbum gepasst, jedoch ohne nur eine simple Kopie darzustellen - denn dafür sind die Franzosen viel zu anspruchsvoll und intelligent. Gleich das eröffnende "Explosia" zieht sämtliche Register dieser (meiner Meinung nach etwas unterbewerteten) Band. Moderner Death Metal, oft im Midtempo angesiedelt, mit vielen Breaks und Tempiwechseln, jeder Menge ruhigeren Passagen, manchmal sogar richtig schleppend und stets mit meist komplexen, ausgeklügelten und anspruchsvoll-progressiven Arrangements, ohne sich jedoch in selbstverliebte und nicht enden wollende Frickeleien zu verlieren. Da braucht es schon ein paar Durchläufe mehr, um wirklich jedes Detail wahrzunehmen, denn zum nebenbei Hören ist "L'Enfant Sauvage" keinesfalls geeignet. Wenn man sich dieser Aufgabe jedoch stellt, erlebt man durchgehend starke Songs zwischen aggressiv-düsteren Perlen wie "Planned Obsolescence" oder "Mouth Of Kala" bis hin zu einem ruhig-akustischen Stück wie "Born In Winter" oder dem sehr melodischen, fast schon eingängigen Instrumental "The Wild Healer". Eine rundum absolut gelungene Scheibe voller Groove und Harmonien, für alle Freunde von progressivem (Midtempo-) Death Metal. (maz)
- 7,5/10 -
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