GORTHAUR'S WRATH - Ritual IV

VÖ: 25. März 2011
Casket Music Records

Da ist er nun - der erste vollwertige Rundling der kroatischen Death/Black-Extremisten von Gorthaur's Wrath. Ich befürchtete ja ein wenig, dass die Bekanntschaft mit der Band durch ihre Auftritte beim letztjährigen Metalbreed Festival und vor Kurzem als Support von Ektomorf mir eventuell die rosa Brille aufgesetzt hat, doch "Ritual IV" hat etwas ganz Eigenes an und in sich. Der Körper ist tot und die Seele schwarz - soll heißen, ein in dunkler Atmosphäre getränkter Death/Black Metal-Mix. Auffällig gegenüber der Live-Situation sind sofort die kleinen elektronischen Spielereien, die den Sound ein wenig skurriler und interessanter machen. An sich bietet die Band um Fronter Morbid Basis-verbundene Kost, die aber clever arrangiert ist und eben nicht "kopiert" klingt. Das sehr direkte Riffing (von Thrash über Celtic Frost und Marduk bis Deicide ist alles dabei) rasiert einem so manchen Scheitel ("Pleasures of the flesh") und allen voran sorgt Drummer Andrea mit einem abwechslungsreichen Feuerwerk dafür, dass aus Songs wie "Deathworship", "The devil speaks", "Dust of my enemies" oder dem groovenden "Desert goddess" hochexplosive Geschosse werden. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket aus den verschiedenen Komponenten Musik, Einstellung, Auftreten, Gestaltung. Vor allem besticht "Ritual IV" aber durch seine unbändige Power, die wohl entsteht, wenn man sechs Jahre am Material werkelt und heiß darauf ist, es der Welt zu präsentieren. Nur den Produzenten würde ich in die Wüste schicken. Da geht heutzutage wirklich mehr.
Jetzt müssen die Kroaten nur noch auf das ihnen gewogene Publikum treffen. Als Opener für Behemoth oder Melechesh hätten Gorthaur's Wrath mit Sicherheit die Chance dazu. (sw)

- 8/10 -



 



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