GRAUPEL - Am Pranger

VÖ: 24. Dezember 2010
Ván Records

In der Wettervorhersage fällt das Wort Graupel meist in Verbindung mit Schauer … der vorliegende neue Longplayer um ex-Nagelfar/jetzt Endstille-Frontmann Zingultus ist aber alles andere als ein kurzer, starker Schauer, sondern ein langanhaltendes Unwetter feinsten Black Metal Ursprungs. Das donnernde Höllentempo wird an den richtigen Stellen immer mal gedrosselt und das nordisch-kalte Gitarren-Gewitter fräst sich herrlich ins Kleinhirn. Die Einstellung hinter der Musik ist ein klares, offensives "Fuck Off!". Trotzdem scheut sich das Quartett nicht, kurzzeitig auch mal eine Akustik-Gitarre ("Das blutende Mal", "Herkünftige Schatten"), ein E-Piano ("Schwarze Feder") oder auch einen Heldentenor ("Kalte Fessel") zu nutzen. Je nachdem, wie es die beklemmende Atmosphäre der Songs gerade verlangt. Ansonsten ist "Am Pranger" richtig räudig, dabei aber sehr präzise - eine gefährliche Mischung. So mag ich das. Was ich nicht mag - wenn man nach 6 Songs (immerhin knapp 38 Minuten) durch ein 7-minütiges Outro zum vorzeitigen Stoppen genötigt wird. Nun ja, so viel zur "Fuck Off!"-Einstellung. Entsprechend "Entgeistert" (so der Titel) muss ich da leider einen halben Punkt wieder wegstreichen. Da wäre ein vollwertiger Song doch besser angebracht gewesen. Trotzdem klasse! (sw)

- 7,5/10 -



 



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