HAVOK - Time is up

VÖ: 25. März 2011
Candlelight Records

Das 2009er Debüt "Burn" war seinerzeit für mich persönlich das Highlight der Retro-Thrash-Welle. "Time is up" - wie wahr - heißt der nun endlich vorliegende Nachfolger. Hat sich was verändert? Eigentlich nicht wirklich. Was fällt sofort auf? Die Produktion drückt mehr, das Tempo wurde leicht angezogen und die Vocals sind aggressiver. Doch Havok sind immer noch Havok und verzücken mich abermals mit dynamischem Songwriting und einer Armada an coolen Riffs und ausgefeilten Soli. Klassischen Thrash gibt es hier wie Sand am Meer, trotzdem bleibt man nicht in der alten Schule "stecken". Mit "Killing tendencies" gibt man guten Melodie-Ansätzen auf Midtempo-Grooves den Einlass, auf bissigerem Niveau funktioniert das aber auch (David Sanchez klingt beim höllischen "Scumbag in disguise" richtig fies). "No amnesty" dagegen macht seinem Namen alle Ehre und startet erst mal richtig überfallartig. So ganz kann man seinen Wurzeln trotzdem nicht entsagen. Der Scream in mitten von "D.O.A." dürfte wohl die coolste Verbeugung vor Slayer's "Angel of death" sein, die mir je untergekommen ist.
Abschließend die große Frage - ist "Time is up" nun besser oder schlechter als "Burn"? Nichts von beidem, ich empfinde sie als gleichwertig, die erwähnten Unterschiede sind da eher Erbsenzählerei. Jeder Thrasher, der etwas auf sich hält, muss … nein, wird hier zugreifen. (sw)

- 8,5/10 -



 



HADES - Resisting success
HAVE HEART - 10.17.09