JUDAS PRIEST - Nostradamus

VÖ: 13. Juni 2008
Sony BMG

To Priest or not to Priest - das ist hier die Frage. Klarer Daumen hoch. Und ich höre schon die Rufe: Wo sind die "Painkiller"-mäßigen Songs? Wann singt Rob Halford endlich wieder öfters hoch? Ist das Doppelalbum nicht Abzocke? Okay, das neue Album bringt es auf stolze 14 Songs und 9 Einleitungen, doch wenn man Letztere weglassen würde, müsste trotzdem noch ein zweiter Rundling her. Abgehakt. Daß der durchaus starke Titelsong der quasi härteste Song auf "Nostradamus" ist, verwundert mich nicht, wenn man sich vor Augen hält, daß ein Konzeptalbum um eben jene Person schlecht mit "All guns blazing" unterlegt werden kann. Und zum Thema Rob Halford gibt es nur eine logische Antwort: Dieser Mann hat in den letzten 34 Jahren (VÖ des Debüts "Rocka Rolla") so viel geleistet und gesanglich in der Metalwelt definiert - der braucht niemandem mehr etwas zu beweisen! Er beweist nur, daß er auch in der Neuzeit die XXL-Portion Charisma und Ausdruck in der Stimme hat, die die zeitweise leicht "normal" tönenden Songs doch wieder zu einem schönen Hörerlebnis aufwerten. Überhaupt ist - wie bei fast jedem Konzeptalbum - klar, daß die Musik immer ein Stück dem Konzept folgen muss und so lässt sich "Nostradamus" am besten am Stück geniessen, um die atmosphärischen Spannungsbögen auch greifen zu können. Stürzt man sich auf einzelne Songs, wird man aber auch fündig. Der erwähnte Titelsong ist mehr als ordentlich - 'nuff said. Das leicht galoppierende "Pestilence & plague" wartet mit einem italienisch gesungenen Refrain auf, was nicht nur gut passt, sondern Halford auch noch mehr Authentizität verleiht. "Death" klingt schön düster und einer Ballade wie "Lost love" würde ich definitiv den Vorzug vor "Angel" vom leicht zu konstruierten Comeback-Album "Angel of retribution" geben. "Persecution" rockt auch gut durch die Hütte und die Herren Tipton und Downing spielen immer noch ganz vorzügliche Metalsoli. Also was soll's. Das Album ist gut, wird die Erwartungen aber wahrscheinlich nicht erfüllen, da man von Priest einfach etwas mehr Dampf erwartet (hat). Aber ein zweites "Reign in blood" wird es ja auch nie geben... (sw)

- 7/10 -



 



JOB FOR A COWBOY - Ruination
Interpreten J