Impressum Startseite
Reviews Interviews Konzerte Festivals Specials

KINGDOM COME - Outlier

VÖ: 26. April 2013
Steamhammer

Da isser wieder ... Lenny Wolf, die Ein-Mann-Combo - klingt gemein, ist aber gar nicht mal so gemeint. Ist schon ein starkes Stück, wenn man ein Album komplett selber bastelt, es im eigenen Tonstudio aufnimmt und auch noch jedes Instrument - außer der Sologitarre, die Eric Förster übernommen hat - und den Gesang, selber einspielt. Es stellt sich die Frage, ob man so ein Art der Arbeit eher als Wahnsinn oder als Genie betitelt. Auf jeden Fall verdient es Respekt, weil der Sound qualitativ verdammt gut ist. Bei Musik kommt es aber für gemeinhin darauf an, was für Songs bei der ganzen Arbeit entstehen und da bietet Lenny Wolf mit dem aktuellen Album Albm "Outlier" seinen typischen polarisierenden Effekt. Für mich ist es ziemlich eindeutig: "Outlier" unter der Genrebezeichnung Hard Rock vermarkten zu wollen, grenzt an Frechheit. Ja, die Gitarren, die durchklingen, sind angenehm rockig, die eigenwillige Stimme Wolf's verleiht dem ganzen Werk eine angenehme Melancholie und die Texte sind kreativ und ansprechend, aber sonst ... es ist ausgesprochen experimentell, elektronisch, psychedelisch. Ich bin mir sicher, dass das bei der richtigen Zielgruppe gut ankommen wird, welche das auch immer sein mag. Vielleicht braucht es aber auch einfach eine besondere Stimmung, um sich auf "Outlier" einlassen zu können. Momentan klingt es für mich aber wie ein musikgewordener Drogentrip und ich bekomme Bilder von bunten großgemusterten 70er Jahre-Tapeten nicht aus dem Schädel. (bc)

- 6/10 -