LEPROUS - Bilateral

VÖ: 19. August 2011
Inside Out

Ich wusste doch, dass mir der Name bekannt vorkommt. Die jungen Norweger von Leprous sind die offizielle Backing-Band von niemand Geringerem als ex-Emperor-Kopf Ihsahn. Allein das bürgt schon für Qualität. Dass Ihsahn selbst mit Gast-Vocals in "Thorns" und musikalisch betrachtet bei "Waste of air" Spuren hinterlässt, sind aber nur Randbemerkungen. Nun meine Frage: Kenne ich mich im Progressive Bereich einfach nicht genug aus, um euch Referenzen zu nennen oder ist "Bilateral" ein Progressive Album, welches einfach so eigenständig ist, dass man nach Einflüssen wirklich mit der Lupe suchen muss. Antwort: Ein bisschen von Erstem und gaaanz viel von Zweitem. Irgendwo zwischen Pain Of Salvation, King Crimson, Opeth, den norwegischen Shining und Devin Townsend erschaffen die jungen Norweger mit ihrem dritten Album ein zeitgemäßes und zugleich zeitloses Progressive Rock/Metal Album, welches Genrefans mit absoluter Sicherheit auch noch in einigen Jahren verzückt aus dem Regal in den Player verfrachten werden. Wer in der Lage ist, Big Band-Einschübe so gekonnt zu verwerten ("Cryptogenic desires"), das Wort Ballade fast neu definiert ("Mb Indifferentia") oder bereits an zweiter Stelle einen Zehnminüter ("Forced entry") stellt, der von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt, dem unterstelle ich eine große Zukunft. Leider ist das Material dermaßen intelligent, dass es vor der breiten Masse trotzdem verschlossen bleiben wird. Ist doch meistens so mit den großen Künstlern, oder?! (sw)

- 9/10 -



 



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