VÖ: 24. Februar 2012 AFM Records
Über zwei Jahre hat es gedauert, bis nun der Nachfolger zum 2010er "Paranoid Circus" in den Startlöchern steht. Dem Albumtitel, der übersetzt "Druckmittel" bedeutet, wird das Septett aus dem Raum Gummersbach/Köln nach dem Intro gleich beim erstaunlich rockigen Opener gerecht, der mit einem solch starken Refrain punktet, den Nightwish kaum besser hinbekommen hätten. Während mir auf dem Vorgängeralbum noch diese mystische und an Blackmore's Night erinnernde Magie gefallen hat, ist es auf "Leverage" die deutlich rockigere Ausrichtung, die der Band scheinbar noch viel besser zu Gesicht steht. "Voices In my Head" ist auch wieder so einer dieser rundum eingängigen und rockigen Stücke, irgendwo zwischen Gothic und Dark Rock/Metal. Erfreulich bei Lyriel ist auch die Tatsache, dass man mit Jessica Thierjung nach wie vor eine Dame am Mikro hat, die auch wirklich singen kann und mit ihrer teils engelsgleichen Stimme so manchem Song noch den letzten Schliff verpasst, aber auch in den rockigeren Passagen mehr als nur bestehen kann. Doch Lyriel begehen zum Glück nun nicht den Fehler und liefern ein reines Rock-/Metal-Album ab. Mit dem gefühlvollen und akustischen "The Road Not Taken" setzt man ebensolche abwechslungsreichen Akzente, wie mit der Kraftballade "Wenn die Engel fallen", für die Schandmaul-Sänger Thomas Lindner als Duettpartner gewonnen werden konnte. Dazwischen finden sich einmal jede Menge große Melodien, Gefühle, Melancholie, aber auch rockige düstere Riffs und klasse Refrains ("White Lilly", "Repentance"). Ein absolut gelungenes viertes Album, das ich trotz des guten Vorgängers so und in dieser Form nicht erwartet hätte. (maz)
- 8/10 -
|
|
|