VÖ: 14. Mai 2010 GreyFall Records
Als überaus beständig erweist sich die ostfriesische Formation Mandrake, die - seit Ende der 90er Jahre aktiv - mit "Innocence weakness" nun ihr 5. Album präsentiert. Und auf eben diesem Album geht das Quintett um Sängerin Birgit Lau weiter seinen Weg, der sich erst mal grob als Gothic Metal bezeichnen lässt. Doch damit nicht genug. Neben jeder Menge schleppender Doom-Passagen, bricht man auch mal in Death Metal-Regionen mit männlichen Growls vor (stark: "Save us from ourselves"), und versteht es über die gesamte Länge des Albums, eine meist zerbrechlich melancholische Stimmung zu schaffen, die von meist traumhaften Melodien, und der elfengleichen Stimme von Sängerin Birgit Lau getragen wird. Und eben diese Sängerin hebt Mandrake dann auch ein Stück über den durchschnittlichen "female fronted Gothic-Sumpf", denn auch wenn sie vielleicht nicht die ausdrucksstärkste Sängerin ist, aber sie kann zumindest vernünftig singen, und ihre Stimme hat eine durchaus angenehme Klangfarbe (beides ist heutzutage keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit in diesem Genre). Gespickt wird "Innocence weakness" mit einer Vielzahl von tollen Einfällen: Die traumhafte Gitarre am Ende von "A serenade to the sea" sorgt z.B. für eine melancholisch-wohlige Gänsehaut, ein Song wie "Innocence" erschafft eine atemberaubende Atmosphäre, und das rockig-eingängige "Autumn infinity" dürfte ein Hit in der Gothic-Disco werden. Hier trifft die Schwermut von My Dying Bride auf den Pop-Appeal von Crematory. Alles in allem eine äußerst homogene Angelegenheit, die sich wunderbar in einem Rutsch durchhören lässt, allerdings vielleicht auch nicht unbedingt essentiell ist. (maz)
- 7/10 -
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