MARIENBAD - Werk 1: Nachtfall

VÖ: 27. Mai 2011
Massacre Records

Da haben sich die Herren M. Roth und Yantit (Eisregen) u.a. mit Alan W. Konstanz (The Vision Bleak) zusammen getan, um die geschichtlichen Ereignisse der Stadt Marienbad (im heutigen Tschechien) in den 60er Jahren als Konzeptalbum zu vertonen. So weit, so mässig spannend. Und da man sich scheinbar nicht einigen konnte, ob man nun deutsch oder englisch singen soll, nimmt man das Album einfach in beiden Sprachen auf, und veröffentlicht es als Doppel-CD. Auch eine Möglichkeit. Insgesamt gibt es acht Songs zu hören, die sich äußerst zäh durch ein Doom-Gewand schleppen, und wo zwischenzeitlich mehr schwermütiges Piano-Geklimper anstelle der Gitarren dominiert. Dazu der typische Eisregen-ähnliche Gesang mit exzessiv ausgereiztem rollenden "R" à la Rammstein, und fertig ist ein Album, bei dem man sich textlich vielleicht Gedanken gemacht hat, das aber zu keiner Zeit überzeugt, berührt oder irgendetwas bewegt. Bei Spielzeiten der einzelnen Songs zwischen 5 und ermüdenden 8 Minuten ist einzig das kompakte "Flammnacht" noch ganz ordentlich. Auf "Werk 1: Nachtfall" regiert die pure und depressive Langeweile mit dem Wunsch, dass dieser Spuk schnell wieder vorbei ist. Letztendlich stellt sich mir die elementare Frage: Wer zum Henker soll sowas hören/kaufen? Ein paar Eisregen-Fans könnten an Marienbad sicherlich Gefallen finden, aber sonst? Keine Ahnung. Ich hoffe jedenfalls, dass es kein "Werk 2" geben wird... (maz)

- 5/10 -



 



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