VÖ: 02. Dezember 2011 Pivotal Rockordings
Dass Marionette nicht noch einmal die volle Punktzahl bei mir absahnen, war eigentlich abzusehen. So mögen die 8,5 Punkte unter diesem Review vergleichsweise "lasch" erscheinen. Ohne Vergleich steht die Wertung aber auf festem Grund, denn "Nerve" ist ein wirklich starkes Album geworden. Mit Alexander Andersson als neuem Sänger setzt der Schweden-Sechser zum nächsten Schritt an. Der Opener "From Marionette With Love" hat die passende Message: "Six souls - one voice - one goal". Sofort fällt auf, dass die Band nicht auf Teufel komm raus alles platt walzt (was mir an "Enemies" nach wie vor gefällt), sondern man sich um Auflockerung kümmert. Besagter Opener tänzelt dabei zwischen fast Rammstein-artigem Rhythmus und mit klassisch schwedischen Gitarren unterlegten Beatdowns hin und her - der Song geht sofort ins Mark. "End Of Line" fegt danach mit Warp Sieben und sphärischen Keyboards durch die Galaxie und schmeichelt wieder mit einer dieser simplen, aber treffsicheren Melodien - ja, da sind sie wieder. Aber das Schlüsselwort heißt dieses Mal eben Abwechslung und trotzdem sind die Schweden in der Lage, die von mir so geliebte Atmosphäre aus immenser Power und großen Weiten aufrecht zu erhalten. Ruppige Eruptionen wie "När Du Ruttnar Bort" werden wieder von süßen Melodien wie "The Last" flankiert. Einfach die komplette Palette, der man die Moderne genau so anhört, wie die klassisch-heimatliche Basis (Göteborg). Neben den futuristischen Synthie-Sounds hat auch Neuzugang Andersson großen Anteil daran, da er neben kraftvollem Shouting auch eine gute Clean-Stimme besitzt, die strategisch gut eben nicht so stark in den Vordergrund gemischt wurde. "Revelation 6:8" ist da ein tolles Beispiel. Und mit einer extrem melancholischen Apocalytic-Bombast Nummer wie "Remember My Name" hat man bei mir eh gewonnen. In der großen Presse kämpfen Marionette ja noch um Anerkennung - meine haben sie bereits. Weiter so! (sw)
- 8,5/10 -
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