VÖ: 14. Mai 2010 Relapse Records
Bin ich froh, dass mich die Band letztes Jahr live so immens überzeugt hat. Sonst wäre der Genuss dieser Machtdemonstration voll an mir vorbei gerauscht. Misery Index sind der verdammte Leitbulle im Drei-Arten-Gehege des Death Metal, Grind- und Hardcore. Es ist schier unbegreiflich, einfach unglaublich, ja fast unmenschlich, was hier innerhalb von knapp 35 Minuten aus den Boxen donnert. Wer dachte, nach dem Oberhammer "Traitors" geht nix mehr, kann seine Argumente getrost in den Schredder schmeißen. Das Quartett aus Baltimore hat dieses Mal seine Grenzen mit millimetergenauer Präzision ausgelotet. Jedes Riff ist ein gezielter Treffer eines Scharfschützen. Die Soli sind ausgefeilter denn je. Die Drums plätten alles und jeden, der es auch nur ansatzweise den Weg zu versperren wagt. Jedes Mal, wenn sich die nächste unbarmherzige Blastattacke ankündigt, ist die Spannung so dicht vor'm Explodieren, als würde Island's Vulkan mit dem Mond billard-mäßig Pluto in die unbekannten Weiten versenken wollen. Ich … ich fasse es einfach nicht, sitze kaum still. Hört euch den Titelsong an - bester Death Metal seit Ewigkeiten. "The seventh cavalry" - eine wirklich unheimliche Groovewalze. "The carrion call" auch mit mehr Groove und einem gnadenlosen Mittelteil. "The spectator" auch ohne Blast brachial und mit einem mitreißendem Chorus. Die totale Zerstörung - "You lose". Und und und … so und nicht anders sieht ein Klassiker aus! Und nun lieber Kinder: Ihr glaubt das alles nicht? - Na, da freue ich mich schon auf die vielen entgleisten Gesichtszüge nach der ersten "Heirs to thievery"-Behandlung. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt! (sw)
- 10/10 -
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