VÖ: 16. März 2007 Black Mark
Fast schon unbemerkt werfen die Bollnäs-Barden von Morgana Lefay ein neues Album auf den Markt. Ist der Plattenfirma die Werbung zu teuer geworden? Eigentlich schade, denn das Album ist viel zu gut! So etwas darf man sich nicht entgehen lassen. Vielleicht ist ja das Ärgernis über die fehlende Werbung zum Album der Grund für den orkanartigen Opener "Delusions", bei dem die Band trotz grossem Refrain alles in Grund und Boden thrasht. Und diese Marschrichtung wird (nur nicht tempomäßig) weitestgehend beibehalten. Modern? Kann man so nicht sagen. Falls es keiner gemerkt hat - (Morgana) Lefay standen schon immer für Heavy Metal reinsten Wassers. Es fällt aber definitiv auf, daß der zweite Gitarrist Peter Grehn seine Vorliebe für härteres Riffing auf dem neuen Output mehr ausleben darf als vorher. Das macht den Gesamtsound zwar härter, aber eben nicht moderner. Solange man einen so einzigartigen Sänger wie Charles Rytkönen in den Reihen hat, geht das auch gar nicht. Markant, kraft- und auch gefühlvoll, ist er nun mal das Aushängeschild des Fünfers. Der neu gefundenen Härte mit ihrer sofort in den Nacken gehenden Grooves stehen immer wieder eingängige Refrains fernab von Klischees entgegen. Hatte der Vorgänger aufgrund des textlichen Konzepts eher eine leicht mystische Atmosphäre, ist "Aberrations of the mind" im tiefsten Inneren trotz aller Härte fast schon depressiv. Da passt das abschliessende "Over and over again" wie die Faust auf das besagte Auge. Im Midtempo wechseln sich zerbrechliche Akustik- und mächtige Strompassagen ab, und Charles klagt uns sein Leid über das Leben auf Tour und die Sehnsucht nach daheim ("... missing the silence and peace of my home"). Der Song ist der perfekte Ausklang eines ansonsten vor Headbangerfutter strotzenden Albums, welches sich ganz locker in die musikalische Geschichte der Band einreihen kann. Meine Empfehlung: Blind kaufen - nur Reinhören verschwendet nur Zeit. (sw)
- 9/10 -
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