VÖ: 13. Oktober 2006 Peaceville
My Dying Bride sind wie Slayer. Ein Unikat, die Könige ihrer Klasse. Niemand - und ich meine: NIEMAND - verkörpert mit solcher Inbrunst und Hingabe Traurigkeit in Form von Doom Metal. Und ich meine hier keine drittklassige Gothic-mäßige "die Welt ist schlecht zu mir"-Depression. Ich meine echte Traurigkeit, gepaart mit tiefster Sehnsucht, Verlangen und purer erotischer Leidenschaft. Allein der blosse Gebrauch des Wortes Melancholie wäre nahezu lächerlich und ziemlich beschämend für das, was die Düsterheimer aus dem britischen Königreich seit über 15 Jahren nun abermals auf CD gepresst haben. Die Gitarren spinnen ein Netz aus traumhaften Melodien vor dir auf, um dich im selben Moment mit mächtigen Slow-Mo Riffs in selbiges Netz zu drücken. Das meist langsame aber nie langweilige Drumming ist die effektive Fixierung. Und wenn sich dann Aaron Stainthorpe vor dir aufbaut und mit seiner einzigartig leidenden Stimme ein Klagelied nach dem Nächsten intoniert, bist du der sterbenden Braut hoffnungslos verfallen. Mit jedem Durchlauf wird es schlimmer, du kannst nicht aufhören, sie macht dich süchtig. Und wenn du das Gefühl hast, du wärst am Ende deiner Kräfte, stellst du fest, dich noch nie lebendiger gefühlt zu haben und bist auf wunderliche Weise sogar glücklich. Tiefste Emotionen auf höchster Ebene. Oder auf einen ganz einfachen gemeinsamen Nenner gebracht (und auf dieses Zitat habe ich Copyright!): My Dying Bride - die Schönste Art, gemeinsam alleine zu sein! (sw)
- 9/10 -
|
|
|