VÖ: 29. September 2006 Roadrunner Records
Nun ist es ja heutzutage leider so, daß finnischen und erfolgreichen Bands, die erstens ganz grob irgendwo aus der HIM-Ecke kommen, auf diversen Musikkanälen laufen und zudem auch noch ein vor allem jüngeres Publikum ansprechnen, meistens nur mit einem müden Lächeln begegnet wird. Und sicherlich - das Vorgängeralbum "Sweet & deceitful" war zwar keineswegs ein schlechtes Album, aber über weite Strecken dann doch ein recht seichtes Goth-Glam-Gemisch. Wer mit dieser Einstellung an das neue Werk "Anorectic" herangeht, und dem Album schon im Vorfeld keine Chance gibt, dem werden die vielen kleinen Feinheiten verborgen bleiben. Negative haben sich auf ihrem zweiten Album beachtlich weiterentwickelt, was u.a. an der geschickten und abwechslunsgreichen Instrumentalisierung und an Jonne Aaarons zuckersüßer und verzweifelter Stimme liegt. Auch wenn der Grundtenor auf "Anorectic" wieder größtenteils düster-melancholisch ist, so bietet das Album erstmals sogar kritische und nachdenkliche Texte ("Glory of the shame", "Where is the mercy when we need it most"). Neben butterweichen Balladen ("A song for the broken hearted", "In memoriam") und radiotauglichen Hits (Single-Auskopplung "Planet of the sun") gibt es zwischendurch auch immer wieder mal härtere Riffs, wie z.B. bei "One last shot". Den 6 Finnen von Negative ist mit "Anorectic" ein wunderschönes, wenngleich auch depressiv wirkendes Album gelungen. (maz)
- 8/10 -
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