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OF MICE & MEN - Restoring Force

VÖ: 31. Januar 2014
Rise Records

Das dritte Album bringen die Amis nun raus und von der ersten Minute an wird hier das Pedal bis zum Anschlag durchgedrückt und eine Mischung aus 2000er-Jahre Nu Metal, Post-Hardcore und Metalcore vibriert schallend durch's Trommelfell. Von Beginn an steht Schreihals Austin Carlile an vorderster Front, unwillig das Mikrophon länger als eine Sekunde von sich getrennt zu sehen und brüllt und schreit sich die Seele aus dem Leib. Im zweiten Song "Feels Like Forever" gönnt er sich dann anscheinend doch die ein oder andere Pause und lässt Sanges-Kollege Aaron Pauley den Track ruhiger gestalten, nur um dann im dritten Song wieder voll aufzudrehen und durch löwengleiches Brüllen seinen Worten Nachklang zu verleihen. Immer wieder wechselt sich der Fokus der Lieder und mal übernimmt der Gesang für einen Track die Führung, das nächste mal ist es dann wieder das stampfende Shouting. So weicht die Band geschickt dem Problem aus, für manche Fans zu soft oder für andere zu hart zu spielen, denn sie wechseln einfach immer wieder und so kann man selbst, während man Of Mice & Men hört, noch differenzieren, was genau man da nun eigentlich hören will. Ist es der zerstörerische Klang der Gitarren, deren Verzerrung bis an die Grenzen des Reglers gedreht wurde, um so möglichst starke Akkorde aus den Saiten zu schlagen oder möchte man sich nicht viel lieber von den Clean-Vocals auf einer Refrain-Welle mittragen lassen und auf ihr sacht aber bestimmt von Song zu Song begleitet werden. Was auch immer gerade gewünscht wird, irgendwo auf diesem Album findet ihr bestimmt genau die passende Stelle dafür, denn von sacht bis zerfetzend ist auf diesem Album wirklich die ganze Bandbreite vertreten. Das einzige, was man eventuell aus den Anfangstagen der Band vermissen könnte, ist der nahezu kritisch hohe Kehlkopf-Gesang, der noch auf Liedern wie "Second & Sebring" zu finden war. Wer damit leben kann, dass Sänger Aaron nun tatsächlich mehr nach Mann, als nach Chorknabe klingt, der wird sich sicherlich auch darüber freuen können, dass auch Austin seine vokalen Techniken unglaublich verbessert hat. Hinter jedem Brüllen stecken nun Kraft und Druck, die nahezu jedem Titel mehr Würze verleihen. Insgesamt ist "Restoring Force" ein Album, bei dem die eigene Gefühlslage wohl doch den einen oder anderen Song überspringen lassen wird, wenn es wieder zu ruhig oder zu stürmisch wird. (zeo)

- 7/10 -