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ONE MACHINE - The Distortion Of Lies ...

... And The Overdriven Truth

VÖ: 14. Februar 2014
Scarlet Records

Bin ich froh, durchgehalten zu haben. Denn auf die schwere Geburt "Werde ich den richtigen Zugang zu diesem Album finden?" folgte das freudige Ereignis "Man, ist das ein bärenstarkes Teil!". Mir war ja schon irgendwie klar, dass Gitarren-Hexer Steve Smyth (ex-Forbidden/Dragonlord/ Testament/Nevermore) in Verstärkung mit Biomechanical-Gitarrist Jamie Hunt und ex-Mercenary-Goldkehlchen Mikkel Sandager etwas ganz Spezielles kreieren würden. Und wenn man genau hinhört, findet man aus allen (!) genannten Bands kleine Versatzstücke, die sich mit hohem songwriterischen Anspruch ohne Mainstream-Anbiederung zu "einer Maschine" zusammenfügen. Gebt dem Ding meinetwegen eine Schublade, ich nenne sie dann Modern Progressive Thrash und dann wieder Schwamm drüber. Der eröffnende Titelsong geht gleich in die Vollen, drückt mit gutem Tempo nach vorne und Mikkel gesellt sich in der Bridge gleich mal zu Tim "The Ripper" Owens. Wow, hat sich der Junge gemacht. Erwachsener, aggressiver, kontrollierter, die beeindruckenden - bereits bei Mercenary gezeigten - Fähigkeiten noch weiter ausgebaut und ultrapräzise eingesetzt. Aber vergessen wir bei so viel Bewunderung nicht die Songs, die die Reichweite vom fälschlicherweise leicht chaotisch wirkenden "Evict The Enemy" über den Midtempo-Hit "Armchair Warrior" bis zum ruhigeren, beklemmend atmosphärischen "Last Stars Alight" macht. Dazwischen einige massive Brecher wie "Kill The Hope Inside", "Defiance" oder dem Thrash-Rausschmeißer "Freedom And Pain". Das Axt-Doppel Smyth/Hunt glänzt derweil mit knackigen, teils halsbrecherischen Riffsalven und liefert sich furiose Solo-Duelle oder coole Solo/Vocal-Trade Offs mit Mikkel, die stark ("One Machine") oder richtig geil sind ("Crossed Over").
Meine anfänglichen Fragezeichen im Kopf sind endlich verschwunden und zurückgeblieben ist die Gewissheit, dass dieses Album die ganze Aufmerksamkeit des Hörers einfordert. Mitdenken ist hier Pflicht, die Belohnung dafür aber groß. (sw)

- 8,5/10 -