PROFANE OMEN - Destroy

VÖ: 30. September 2011
Spinefarm Records

Etwas musste ich schmunzeln, als ich im Presse-Info las, dass so "Skid Row auf Acid geklungen hätten". Mit ein wenig Fantasie, 20 Jahre Rock/Metal-Geschichte später und "Slave to the grind" im Ohr passt das sogar ein wenig. Nein, die Finnen sind keine aufmüpfige Melodic Hair Metal Band, weder sind sie eine reine Thrash- oder Hardcore Band. Aber sie haben den Bogen raus, die genannten Bereiche in fast beängstigender Balance in bärenstarke Songs umzuwandeln. "A force to be reckoned with", "Predator", "Bound to strive" - so etwas macht auch mir eher Old School veranlagtem Zuhörer die müden Knochen ganz zackig wieder munter. Es wird einem manchmal fast schwindelig, wie leichtfüßig das Quartett durch seine Songs jagt und dabei technischen Anspruch und Melodieverständnis mit vollem Herzen integriert. Gekrönt wird die Chose durch den höchst variablen Gesang von Jules Näveri, der die gesamte Palette von tiefen Growls bis zu kräftigen Clean Vocals drauf hat. Wer jetzt übrigens meint, hier würde wieder nur ein selbstverliebter Schreihals sein Unwesen treiben, der sollte sich nochmal schnell die Scheiben der Grip Inc.-"Nachfolge"-Truppe Enemy Of The Sun anhören … jawohl, der gleiche Mann! Aber nochmal zu den Songs. Neben den o.g. Dynamik-Granaten gibt es als stilistische Außenposten von "Destroy" zu vermelden - die Abrissbirne "Escape/Traceless" auf der einen Seite und ohne Druckabfall zu erzeugen den Ruhepol "Acedia" auf der anderen Seite. Mit dem Kraftpaket "Zombie riders" (die Gitarren modifizieren hier teilweise sogar alte britische Schule) gehen erfrischende 40 Minuten viel zu schnell zu Ende. Einen Orden für den Erfinder der Repeat-Taste. Kurzum: "Destroy" ist ein energiegeladenes Powerhouse! (sw)

- 8/10 -



 



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