VÖ: 29. September 2006 Steamhammer
Aus welchen Urheberrechtsgründen sich die Italiener an ihr "Rhapsody" den Zusatz "of fire" geklebt haben, wird ja gut geheim gehalten. Auf dem daraus resultierenden Quasi-Neuanfang "Triumph or agony" hat sich musikalisch aber nicht viel Neues getan. Und genau da liegt der Hund begraben. Das Debüt bezeichne ich einfach mal als Klassiker (das Shirt trage ich immer noch mit Stolz) auf Album Nr. 2 und 3 waren einige superbe Songs und ab Nr. 4 wurden R.o.f. Gefangene ihrer eigenen Erfindung. Es ist schön und gut, daß das Songwriter-Duo Turilli/Staropoli in der Lage ist, Metal mit einem 70-köpfigen Orchester und einem Chor zu verbinden. Ebenso, daß sie es schaffen, auf diesem Wege eine Atmosphäre zu kreieren, die an so manchen gutklassigen Mittelalter-Fantasyfilm erinnert. Die Produktion ist sauber und mächtig. Und daß wir es mit instrumentalen Ausnahmekünstlern zu tun haben, muss ich wohl auch keinem mehr erzählen. Sie schreiben gute Musik - aber wo sind die Songs geblieben, die dich sofort vom Hocker reißen? Wo sind die Aha-Momente? In meinen Augen gibt es hier zu viel Konzept. Die Musik ist quasi Mittel zum Zweck, muss sich nach dem Konzept richten und erreicht beim 16-minütigen "The mystic prophecy or the demon knight" schon fast Hörspielcharakter. "Film Score Metal" - ja, Rhapsody of Fire haben eine völlig neue Welt erfunden, sie regieren sie auch nach wie vor unangefochten, aber so langsam verlaufen sie sich darin. Schade. (sw)
- 6,5/10 -
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