SONIC SYNDICATE - Love and other disasters

VÖ: 19. September 2008
Nuclear Blast

Man hätte durchaus Bedenken haben können: Kann es der sympathische Schweden-Sechser, der seit Veröffentlichung des letzten Albums ("Only inhuman, 2007), ununterbrochen unterwegs war, zwischen all den Terminen und Konzerten ernsthaft schaffen, einen zumindest gleichwertigen Nachfolger abzuliefern? Diese Frage klären wir später.
Eigentlich hat schon jede Band ihr Stück vom Kuchen des "swedish melodic death metal meets irgendwas-core" abbekommen, doch wo geht die Reise für Sonic Syndicate mit ihrem 3. Album hin? Man hätte es sich - wie vergleichbare andere Bands - relativ leicht machen können, und einfach ein "Only inhuman 2" abgeliefert. Aber nein, das hat die Truppe zum Glück nicht nötig. Im Gegenteil. Denn mit "Love and other disasters" werden die "Kommerz!" und "Hype!" schreienden Kritiker noch weiter provoziert, denn man experimentiert auf dem Album mit genre-untypischen Stilmitteln, und lässt z.B. Pop-Elemente einfließen. Aber keine Sorge: Das macht das Album keineswegs "weicher" oder gar "unmetallischer", vielmehr wurde die Hitdichte im Vergleich zum Vorgänger noch weiter erhöht (u.a. "Encaged", "Damage control", "Power shift"), die Melodien/Refrains wurden noch eingänger ("Jack of diamonds", "Affliction"), die (Halb-)Balladen noch zuckersüßer ("My escape", "Contradiction"), und die spielerischen und vor allem gesanglichen Qualitäten von Roland Johansson wurden weiter gesteigert.
Sonic Syndicate erfinden auf "Love and other disasters" zwar nichts neu, schaffen es jedoch, mit eher unkonventionellen Experimenten, einem Genre neue Impulse zu verleihen, und sind auf ihrem Weg nach ganz oben wieder einen großen Schritt weitergekommen. Das Geheimrezept der Band ist vermutlich die Symbiose aus Melodien, Eingängigkeit, schubladen- und genreübergreifendem Denken und Intelligenz (es gibt schließlich genügend Bands, die stumpf drauf los ballern, und das dann als "Innovation" verkaufen wollen.)
Wer Sonic Syndicate bisher nicht mochte, wird das mit "Love and other disasters" vermutlich noch weniger tun, trotzdem wird die Band mit diesem Album definitiv noch viele weitere Fans hinzugewinnen, denn das ist genau die Musik, die die "neue Metal-Generation" heutzutage hören möchte, und das ist auch gut so. Welche Punktzahl das jetzt unterm Strich ergibt, dürfte klar sein: Der Vorgänger (8,5 Punkte) wurde nämlich nochmals getoppt! (maz)

- 9/10 -



 



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