SONIC SYNDICATE - We rule the night

VÖ: 27. August 2010
Nuclear Blast

Ich war mächtig gespannt auf das 4. Album von Sonic Syndicate, die sich bisher von Album zu Album kontinuierlich steigern konnten. Doch nach dem überaus starken "Love and other disasters" (2008) kam erst mal ein ordentlicher Dämpfer: Sänger Roland Johansson verlässt überraschend die Band. Mit dem Engländer Nathan J. Biggs findet man jedoch bald schon einen Ersatz, und ändert fortan außerdem auch noch die musikalische Ausrichtung. Ein bißchen sehr viele Veränderungen für meinen Geschmack...
"We rule the night" ist also nun das erste Album mit neuem Sänger und musikalischer Kurskorrektur. Der Opener "Beauty and the freak" überrascht durch ein völlig neues Soundgewand: Kein melodischer Death Metal mit Metalcore-Schlagseite, stattdessen eher ungewohnte Alternative-/Nu-Metal-Sounds, wie man sie eher von Disturbed oder Papa Roach erwartet hätte. Und das bleibt leider auch keine Ausnahme, denn das komplette Album ist einfach "anders". Bei "Revolution, baby" und "Black and blue" sind einige Textpassagen gesprochen, so dass man unweigerlich an Rap denkt. Die extrem weiche und cleane Stimme von Sänger Nathan macht leider auch fast alle Songs extrem weich und poppig. Denkt man sich z.B. bei "Turn it up" die Growls von Richard Sjunnesson weg, dann bleibt nicht viel mehr übrig, als eine durchschnittliche Emo-Rocknummer mit - zugegeben - wirklich eingängigem Refrain. Zu allem Überfluss verleitet eine poppige Softrock-Ballade wie "My own life" ebenso zum Drücken der Skip-Taste am CD-Player, wie das im Midtempo angesetzte und eintönig langweilige "Miles apart". Hier und da wieder ein paar mehr elektronische Spielereien ("Plans for the people", "Break of day"), aber an alte Glanztaten kann man höchstens noch mit "Burn this city" anknüpfen, und das nur bedingt. Wo sind die großen Hits der Sorte "Denied" oder "Jack of diamonds"? Wo sind die fetten Riffs (!?), die mitreißenden Melodien oder eine starke Metalballade wie "Enclave"? Das alles scheint der Vergangenheit anzugehören. Sonic Syndicate hätten eine wirklich große Band werden können, und ich hätte es den sympathischen Schweden mehr als gegönnt, aber die Veröffentlichung von "We rule the night" gleicht der reinsten Demontage. Es ist wirklich zum Haare raufen. Sonic Syndicate sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. (maz)

- 6,5/10 -



 



SVARTAHRID - Ex inferi
SAHG - III