VÖ: 10. Februar 2012 psycheDOOMelic Records
Doom-Fanatiker dürften dieser Tage wahre (langsame) Luftsprünge machen, denn das neue Spirit Descent-Album macht sich in der Szene breit. Der Nachfolger zum 2010 Output "Doominion" führt den begonnenen roten Faden konsequent fort. Soll heißen, dass hier Doom Metal mit wahrer Leidenschaft, Inbrunst und einer ordentlichen Portion charmanter Engstirnigkeit zelebriert wird. Bei dieser gleichbleibenden Marschrichtung sollte man glauben, es würde sich eh nicht ändern … fast richtig. Die Riffs sind immer noch heavy as hell und alles, was die Lead-Gitarre so treibt, ist wundervoll getragen und fügt dem Sound wohligen Schwermut hinzu. Allein das Intro im Opener "Dawn Of Mankind" ist großartig. Doch die "Sieben Kapitel in A-Moll" haben kleine, wohltuende Auffälligkeiten. So gönnt sich Sänger Jan Eichelbaum zu seinem perfekt auf den Sound zugeschnittenen Gesang mal kurze High Screams oder schlägt gar garstige Klänge an, wobei Letzteres fast ein paar Celtic Frost-Gedächtnis-Momente hervorruft. Genauso erfrischend sind auch die gelegentlichen Tempoabweichungen, die mit dem versierten Schlagzeugspiel dafür sorgen, dass die manchmal mit dem Doom einhergehende Zähflüssigkeit nie an ihre Nervgrenze stößt. Nun, ungeübte Doom-Neugierige sollten nicht gerade mit dem fast 14-minütigen Die hard-Epos "The Tragedy Of Captain Scott" beginnen. Ich empfehle da lieber starke Nummer wie "Owner Of Fifty Names" oder "Alternating Reality". Das ist klassischer, lebendiger Doom, der mit seinem erdigen Sound genau die Essenz des Genres trifft. Trotz all dieser positiven Worte, wage ich es nicht, dem Album mehr Punkte als seinem Vorgänger zu geben, da ich beim besten Willen nicht weiß, welches Album nun "besser" wäre. Ich liebe beide und für dieses trübe Winter-Ende ist es der beste Soundtrack. (sw)
- 8,5/10 -
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