SPOCK'S BEARD - Spocks Beard

VÖ: 17. November 2006
Inside Out

Ein Name wie Donnerhall in der progressiven Szene. Und nun komme ich endlich zum ersten Mal in den Genuß des Beard'schen Sounds. Was soll ich sagen? Überirdisch - nicht von dieser Welt. Allein der leicht verträumte Opener wartet mit einem Refrain auf, den man sein Lebtag nicht vergessen wird. Und das ist nicht der Einzige auf Album Nr. 3 nach dem Abgang von Neal Morse. Die vertonte Sehnsucht aus "All that's left" sei da nur ein weiteres Beispiel. Hier sind absolute Vollprofis am Werk, denen man ihre spielerische Abgeklärtheit zu keiner Zeit anhört und die den Hörer immer wieder mit irrwitzigen Instrumentaleinlagen, grandiosen Arrangements und zugleich süchtig machenden Melodien in ihren Bann ziehen. Welche Band kann es sich schon leisten, an Position zwei ein Instrumental im 11/8-Takt zu setzen. Im Gegenzug wird bei "Is this love" in unter drei Minuten arschcool abgerockt. Ähnlich wie bei "Sometimes they stay, sometimes they go", welches zwar gradlinig klingt, doch eher ein Feeling von freier Improvisation vermittelt. Die ersten Takten von "The slow crash landing man" schreien förmlich danach, sich seine Herzallerliebste zum Schwofen zu schnappen, um dann bei der Piano-Ballade "Hereafter" auf dem Sofa zu kuscheln. Die Musiker unter den Fans werden dann die zwei Long-Songs (11 und 17 Minuten) wie ihr täglich Brot verschlingen. Ein Qualitätslevel, bei dem mir wirklich schwindelig wird.
Aufgrund meines Erstkontaktes bleibe ich trotzdem erst mal bei 8 Punkten, denn in der Szene sagt man sich, dass die Frühwerke nach geiler sind. Was? Noch geiler als das hier? (sw)

- 8/10 -


 



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