STURM UND DRANG - Rock 'n Roll children

VÖ: 16. Januar 2009
GUN Records

Zeit gelassen haben sie sich ja: Rund 17 Monate nach ihrem mehr als beeindruckenden Debut-Album "Learning to rock" (2007) schieben die Jungspunde aus Finnland nun endlich das zweite Album nach.
Bei einer Band, die mich von Anfang an durch die Bank weg begeistern konnte sind meine Erwartungen natürlich auch dementsprechend hoch. Kann man das Niveau des ersten Albums auch nur annähernd halten, oder erweist sich alles nur als Schnellschuß, und wie hat sich die Band in der Vergangenheit entwickelt? In Anbetracht des sehr jungen Alters des Quintetts sind knapp anderthalb Jahre natürlich eine verdammt lange Zeit. Fragen über Fragen, die es zu klären gilt.
Der Opener ("The last of the heroes") sorgt gleich zu Beginn für einen ordentlichen Schmunzler: Es klingt doch etwas arg nach Pretty Maids' "Future world", entwickelt sich aber trotzdem noch zu einer großartigen Hochgeschwindigkeitsnummer, mit den Sturm und Drang-typischen Elementen. Die eingängigen Refrains geben sich auf "Rock 'n Roll children" einmal mehr die Klinke in die Hand. "River runs dry", "Alive", "That's the way I am", "Life" und vor allem "Sinner" sind Bilderbuch-Midtempo-Rocker und "Photograph" könnte auch von Bon Jovi stammen. "A million nights" ist wieder eine von diesen melancholisch-schönen und bittersüßen Balladen und "These chains" kommt in bester Sonata Arctica-/Stratovarius-Manier daher. Highlight des Albums ist aber ganz klar der härteste und schnellste Song "Break away", der zugleich auch die erste Single-Auskopplung ist. Mein lieber Scholli! So einen Song schreiben weder Helloween, noch Hammerfall, noch sonst irgendwer! Alleine dieser Song ist glatte 10 Punkte wert!
Kommen wir zum Fazit: Sturm und Drang scheinen auf "Rock 'n Roll children" ihren Stil gefunden zu haben, und knallen einem wieder mal die Hits um die Ohren, wie es in diesem Genre kaum eine andere Band schafft. Dennoch ist Album Nr. 2 einen Hauch "langsamer" geworden. Die Doublebass-/Powermetal-Ausflüge wurden eingeschränkt, und es wurde mehr Wert auf melodische Rockhits und das Songwriting gelegt.
"Rock 'n Roll children" ist ein abolut würdiger Nachfolger zum Debut "Learning to rock" und spielt qualitativ und spielerisch zweifelsohne in der obersten Liga mit. Erwähnenswert ist vor allem auch die enorme stimmliche Weiterentwicklung von Fronter André Linman.
Dennoch gibt es diesmal von mir einen halben Punkt weniger, da ich mir erstens noch den einen oder anderen Hochgeschwindigkeits-Song mehr gewünscht hätte, und ich zweitens manchmal ein kleines bißchen diese frech-naive Unbekümmertheit vermisse. Trotz allem: Ich darf gar nicht daran denken, wo diese Band in 10 Jahren stehen wird... (maz)

- 9/10 -



 



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