VÖ: 20. Mai 2011 AFM Records
"Last curtain call" ist das abschließende Live-Konzert von Theatre Of Tragedy, die sich Ende 2010 aufgelöst haben. Auf zwei CDs blickt man mit 16 Songs und einer Spielzeit von über 80 Minuten zurück auf 17 Jahre Bandgeschichte. In Sachen Sound ist dieses Konzert erstaunlich gut eingefangen - ein klarer und kraftvoller Klang, und auch an den Instrumenten gibt es nichts auszusetzen. Mittelpunkt ist sicherlich der engelsgleiche Gesang von Sängerin Nell Sigland im Wechselspiel mit den Growls von Raymond Istvàn Rohonyi. Bei der Songsauswahl wird im Grunde keine Phase der Band außen vor gelassen, natürlich auch nicht die Zeit bis 2003, als noch Liv Kristine am Mikro der Norweger stand. Die erste CD dieses Doppelpacks hat dann allerdings so ein bißchen das Problem, dass kein Song über Midtempo hinaus kommt, aber das ist nunmal sicherlich eines der Kennzeichen der Band - viel Melancholie, Dramatik und Theatralik. Bei einer Ballade wie "Frozen" oder dem fast 7-minütigen "And when he falleth" kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, "was man dabei stehend in den ersten Reihen eines Konzertes macht" - es ist halt eben alles sehr ruhig, schleppend und tragend. Die zweite CD kann dagegen mit ein paar schnelleren Songs punkten, so dass man hier dann auch ohne schlechtes Gewissen wirklich von Gothic Metal sprechen kann. "Storm" und "Image" direkt hintereinander rütteln dann wohl auch den letzen Träumer wach, und spätestens beim flotten "Machine" und dem darauf folgenden Überhit (und nach wie vor einem DER Meilensteine im Gothic Metal) "Der Tanz der Schatten", dürfte es dann ohnehin kein Halten mehr geben. Eine gelungene letzte Veröffentlichung einer Band, die die Szene zweifeslfrei geprägt hat. Fans kommen um einen Kauf vermutlich sowieso nicht drumherum, und alle anderen erhalten einen guten Überblick über 17 Jahre Theatre Of Tragedy. (maz)
- ohne Wertung -
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