VÖ: 11. September 2009 Ván Records
Was soll ich bloß von diesem Album halten?! Versteht mich nicht falsch, ich will dieses Album nicht auf Teufel komm raus schlecht machen, aber auch nicht krampfhaft gut finden. Der im Vorfeld erzeugte Hype (aus welcher Richtung ist ja bekannt) macht es nur extrem schwierig, objektiv zu bleiben. Entsprechend nüchtern sollte man die Sache wohl angehen. Man muss sich im Klaren sein, daß wir hier nicht von Metal im eigentlichen Sinne sprechen, sondern die Basis tief im Hard/Psychedelic Rock der 70er verwurzelt ist, und mit einem okkulten Hintergrund angereichert wird. Gewöhnt man sich daran, wird es interessant. Der Titelsong (weniger) und die Single "I'll be your ghost" (mehr) plätschern zwar immer noch an mir vorbei und "The yonder beckons" hilft außer wirklich wunderschönen Gitarrenharmonien auch nicht weiter. Dann tritt "House of 1000 voices" auf den Plan, ändert den Rhythmus und versprüht richtig gespenstische Atmosphäre. Das ist echt geil. "Christ or cocaine" ist im Anschluss ein simpler Melodic Rocker, der aber direkt punktet. "Queen of my burning heart" setzt da noch einen drauf, rockt fast fröhlich durch die Botanik und liefert abermals Harmonien ab, die jedem Thin Lizzy-Fan Tränen in die Augen treiben dürften. Das "Angel's prayer" hat außer ein paar netten Melodien wieder wenig zu bieten ... typisches Futter zum Joints rauchen. "Feeding the fire with tears and blood" rauscht dann leider voll vorbei. Das "härteste" Stück namens "Rake yours nails across the firmament" hat ein paar böse Backing-Vocals und einen stampfenden Beat im Gepäck. Somit ist es "The anti-cosmic magick" überlassen, den Hörer aus dieser CD zu geleiten. Noch einmal richtig schöne, smoothe Harmonien geben dem Song die wehmutige Abschluss-Charakteristik und ein 4-minütiges Solo (wird live mit Sicherheit zur Jam-Orgie) beendet "The time of no time evermore". Über allem regiert die wirklich einzigartige, in jeder Lage überzeugende Stimme von Sängerin Farida. Die Abschlussfrage ist: Kann ein Album von einer tollen Sängerin und wirklich schönen Gitarrenharmonien leben? Ja - fast. Denn der Rest ist Ansichtssache und nach mehrmaligem Hören finde ich zunehmend Gefallen am ersten Longplayer von The Devil's Blood. Eine komische Sache ist das. (sw)
- 7/10 -
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