THE FORESHADOWING - Oionos

VÖ: 01. April 2010
Cyclone Empire

Melancholic Dark/Goth Metal aus Italien … ich weiß, was ihr jetzt denkt, und ihr liegt falsch. The Foreshadowing führen alle Kitsch-Klischees ad absurdum und entführen den Hörer in eine Welt voll Trauer, Besessenheit, Hingabe und wohliger Ergebenheit gegenüber dem tragisch Unvermeidlichen. "Oionos" klingt wie Funeral für Unentschlossene - treibende Downtempo-Beats, minimalistische Riffs und schöne Gitarren- oder Keyboard-Melodien zur Untermalung. Alles angenehm einfach gehalten und effektiv umgesetzt. Wer möchte, hört mit Sicherheit auch My Dying Bride (aus der Death-Vocals-freien Phase) oder sogar Saviour Machine heraus. Neben starken Songs ist es aber die Stimme von Marco Benevento, die den Hörer völlig vereinnahmt, und mit auf die Reise nimmt. Seine Intonation erinnert nicht selten an Eric Clayton und hat so viel Wärme wie ein 80er-Wave-Bruder von Dark Tranquillity's Mikael Stanne. Man muss einfach gebannt zuhören und sich treiben lassen. Und dafür bekommt man eine großartige Stunde mit elf wundervollen Geschenken. Als Eckpfeiler sei das fast hypnotische "Lost humanity" und die tief-traurige Piano-Ballade "Survivors sleep" genannt. Außer Konkurrenz läuft hingegen das unglaubliche Sting-Cover "Russians" - das muss man sich erst mal trauen.
Ich glaube es ja selbst kaum. Gothic Metal für Erwachsene muss nichts zwangsläufig nach Paradise Lost klingen. Für mich eine echte Überraschung im ersten Quartal des Jahres. (sw)

- 9/10 -



 



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