VÖ: 27. Oktober 2006 Century Media
Jetzt bin ich echt überrascht. Konnte ich bis dato nie so richtig mit The Haunted warm werden, bin ich nach mehrmaligem Hören regelrecht süchtig nach "The dead eye". Gründe dafür gibt es genug. In bekannter "Mein Haus, mein Auto, meine Yacht"-Manier sagen die Schweden "Nimm dies und dies und dies". Bandname, Album- und jeder Songtitel tragen den englischen Artikel "the". So untermauert man die Klasse jedes einzelnen Stückes (den Hidden Track mal weggelassen). Und alles zusammen ergibt das derzeit wohl abwechslungsreichste Neuzeit-Thrash-Metal-Album, bei dem Sänger Peter Dolving zeigen kann, welche bislang verborgenen Talente in ihm stecken. Der Rest der Band ballert sich durch alles, was sich Thrash nennen darf. Das Tempo wird immer wieder geschickt variiert. Selbst die ruhigeren Passagen lassen keine Langeweile aufkommen und sind eher die Ruhe vor dem Sturm. Und der muss nicht immer mit Vollgas kommen. Der Opener "The flood" ist der repräsentativste Track für das Album, "The drowning" klingt wie Kyuss auf Speed, "The reflection" besticht durch gezielte Laut-Leise-Dynamik und "The prosecution" schlägt einfach alles mit seinem fiesen At The Gates-3/4-off-beat und einem Über-Chorus. Das ganze noch mit Slayer zu vergleichen, würde The Haunted ziemlich Unrecht tun. Nur das Fiese, das hinterhältig Aggressive zieht sich wie ein roter Faden durch "The dead eye" - ein Hammer-Album. (sw)
- 8/10 -
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