VÖ: 17. April 2009 Frontiers Records
Es ist etwas schwierig, völlig unbefangen und ohne Vorurteile oder Skepsis an eine Scheibe heranzugehen, auf dessen Cover Totenköpfe, Engelsflügel und Seerosen (!) zu einem arg kitschigen Gesamtbild zusammengewürfelt wurden. Dementsprechend ahne ich bereits, was mich erwarten wird, und ich werde "zum Glück" auch nicht enttäuscht. Ex-Human Fortress-Gitarrist Todd Wolf konnte mit Michael Bormann zwar einen wirklich guten Sänger ins Boot holen, aber das war es dann leider auch schon. Man wollte auf "The gift of life" 'überragenden Rock' bieten. Sehr gerne doch - aber wo ist der bloß? Zugegeben, der Opener und zeitgleich Titelsong des Albums kann durchaus überzeugen. Aber was sich einem in den folgenden 10 Songs darbietet, wirft bei mir spontan die Frage auf, warum man sowas veröffentlichen muss? Entweder nerven die elektronische Soundspielereien - zusätzlich zum eh schon grausamen und völlig deplatziert wirkenden Keyboard, oder es sind einfach nur die Songs, die sich völlig belanglos aus den Boxen quälen. Balladen wie "Rescue me" oder "Gloomy days" sind fast schon unterste Schublade. Es bleibt bei keinem Song auch nur ansatzweise irgendetwas im Ohr hängen. Kein Riff, keine Melodie, kein Refrain. Das Material bewegt sich meist im Midtempobereich, doch wenn man dann mal versucht, auf's Gaspedal zu treten ("Justice", "The shades of grey"), dann zerplatzt dieses Vorhaben wie eine Seifenblase und macht den Gesamteindruck natürlich auch kein Stück besser. Die dünne Produktion plätschert unauffällig vor sich hin, das Schlagzeug kommt völlig kalt und steril rüber, und zum Songwriting äußere ich mich mal besser gar nicht. Sorry Jungs, aber "The gift of life" ist mindestens so überflüssig wie die Seerosen auf dem Cover. (maz)
- 4/10 -
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