THOUGHT CHAMBER - Angular perceptions

VÖ: 30. März 2007
Inside Out

Prog Metal - deine Ausbeute ist schier unerschöpflich. Da haben wir auf der einen Seite die wirklichen Helden. Da brauche ich keine Namen nennen, jeder hat da wohl seine eigenen. Auf der anderen Seite die Frickel-Freaks, die unter "progressiv" nur verstehen, auf CD-Länge die abgefahrensten Sachen auf ihren Instrumenten zu kreieren. Dazwischen im oberen Mittelfeld schlägt die erste Scheibe von Thought Chamber ein. Chefdenker Michael Harris (Arch Rival) schafft mit seinem Material einen recht guten Spagat zwischen technischer und erfrischend innovativer Brillianz und dem Gespür für gute Melodien und gefühlvollen Refrains. Wobei ich das mit dem Gesang auch vorher geglaubt hätte, leiht doch Enchant-Goldkehlchen Ted Leonard dem Album seine Stimme. Und der gibt sich mit Sicherheit nicht für irgendeinen Mist her. Dafür wird er aber auch mehr als bei seiner Hauptband gefordert und meistert - als hätte man es anders erwartet - die Aufgabe absolut souverän und präsentiert sich variabler als mir bekannt. Der Rest der Band zeigt sich in den Gesangspassagen noch sehr songdienlich (höre Refrains wie "A legend's avalon" oder "Transmigration of souls"), zieht dafür in den instrumentalen Momenten (- viele!) ordentlich vom Leder und überschreitet schonmal die Grenzen Richtung Funk oder sogar Jazz. Das mag auf die Dauer für Nicht-Musiker anstrengend werden, doch wird die Chose immer durch Ted's einfühlsame Stimme aufgelockert. Somit ist man als Hörer jedenfalls nicht versucht, die CD vor ihrem Ende aus dem Player zu schmeißen. Und das kann nun nicht jede Progressive Metal Band von sich behaupten. Schicker Einstieg! (sw)

- 7/10 -



 



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