VÖ: 24. August 2012 Massacre Records
Eins muss man den Pfälzern wirklich lassen: Fleißig sind sie ja. Innerhalb von gerade mal 23 Monaten drei reguläre Studioalben plus eine 'digital only'-Best Of-Scheibe ist schon wirklich mehr als beachtlich. Und kritisch wie ich nunmal bin, lag natürlich der Verdacht nahe, dass bei diesem Arbeitstempo irgendwann die Qualität auf der Strecke bleibt - nun waren ja die ersten beiden Alben des Quartetts ohnehin nicht so ganz mein Fall. Doch ich bin durchaus angenehm überrascht. Was mit dem starken Opener "Schmerz neu definiert" schon sehr vielversprechend anfängt, kann auch mit den folgenden "Mein Weg, mein Wille, meine Leben" und dem mit dezenten Streichern untermalten "Seite an Seite" das gute Anfangsniveau halten. Das hätte ich so nun gar nicht mal erwartet. Es scheint fast so, als sei dieses dritte Album wirklich sowas wie ein kleiner Befreiungsschlag - auch in künstlerischer Hinsicht. Okay, "Benzin" ist nun wirklich eine typische Onkelz-Nummer, aber Unherz gehen auf "Die Wahrheit liegt dazwischen" einen Schritt weiter und treten nicht im Sumpf der unzähligen (und fast immer überflüssigen) Onkelz-Cover- oder -Tribute-Bands auf der Stelle, sondern finden tatsächlich zumindest ein Stück weit eine eigene Identität. Es gibt zwar auch mal einen deutlichen Querverweis in Richtung Rammstein, wie beim stampfenden "Paranoia", aber Unherz beweisen nicht zuletzt auch bei "King Kongs Schwester" jede Menge Humor (der Text ist wirklich genial komisch!) oder bei der Pianoballade (mit tollen Gitarrensolo) "Nur wenn Du Träume hast" sogar richtig viel Gefühl. Ich hätte es im Vorfeld zwar selber nicht geglaubt, aber Unherz haben mich mit ihrem dritten Album zum ersten Mal wirklich überzeugt. Und plötzlich bin ich sogar gespannt, wie es weitergeht... (maz)
- 7,5/10 -
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