VÖ: 24. September 2010 Massacre Records
Durchaus mit Spannung erwartet habe ich das nunmehr vierte Album des deutschen Black Metal-Trios Unlight, das mich mit dem Vorgänger "Death consecrates with bloods" (2009) bereits absolut überzeugen konnte. "Sulphurblooded" führt den bisherigen Weg konsequent und eindrucksvoll fort: Mächtiger, boshafter und erhabener Black Metal mit Thrash- (mehr) und Death- (weniger) Metal-Einflüssen (der im übrigen auch in Sachen Sound und Produktion vollkommen überzeugen kann, was gerade im Black Metal keine Selbstverständlichkeit ist). Doch im Hause von Unlight entwickelt man sich stetig weiter, und so gibt es auf "Sulphurblooded" eine positive Änderung zu vermelden, denn was bisher kaum bis gar nicht vertreten war, entwickelt sich plötzlich zum i-Tüpfelchen: Gitarrensoli - die nicht selten nach schwedischem Death Metal klingen. Außerdem hat man (wie schon zu Anfangszeiten der Band) die deutsche Sprache wiederentdeckt ("Deine Waffen zu meinen Füssen", "Invictus"), was einmal mehr für entsprechende Abwechslung sorgt. Vergleiche mit anderen Bands? Überflüssig - Unlight klingen zu 100% nach Unlight! Ob beim alles wegblasenden Opener und Titelsong, dem folgenden "Dead all things will be - Part I", das im Mittelteil so herrlich infernalisch und episch klingt, dem mit Babygeschrei und Schafen eröffnenden "Sic transit gloria mundi", dem von starken rythmischen Riffs begleiteten "Pale rider - Pale horse" oder dem mit explosiven Blasts gespickten "Sound forth the trumpets ... that shall never call retreat". Hier sitzt und passt einfach alles. Zehn ausgereifte und praktisch perfekte Songs, die einen wie messerscharfe schwarze Pfeile direkt ins Herz treffen. Unlight haben sich in jeglicher Hinsicht enorm weiterentwickelt, sei es bei Härte und Aggression, beim Songwriting, oder auch vor allem in Sachen Originalität und Eigenständigkeit - das alles gelingt nur wenigen Bands. Im Review zum Vorgängeralbum hatte ich geschrieben "da geht nach oben noch mehr" - und genau das ist auch eingetreten. Damals gab es 8,5 Punkte ... wenn ich allerdings meine letzten 9-Punkte-Alben als Vergleich heranziehe, dann liegt "Sulphurblooded" noch ein Stück darüber, und schrammt somit nur haarscharf an der Höchstmarke vorbei. (maz)
- 9,5/10 -
|
|
|