VÖ: 22. Oktober 2010 Steamhammer
David DeFeis hat seit dem letzten Album "Visions of eden" nichts dazugelernt. Denn die damals vernichtenden Pressestimmen - speziell in Bezug auf den grottenschlechten Sound - beschreiben genau das, was ich auch auf der neuen Virgin Steele höre. Soll das ein Scherz sein? Drums wie Pappschachteln (oder vielleicht doch Angelo Sasso?), Gitarren, wie direkt in den PC gestöpselt, die Keyboards fallen durch jedes Qualitäts-Raster, und der Gesang ist auch nicht mehr das, was er mal war. Die High Screams klingen eher nach einer überfahrenen Katze als nach dem "Noble savage"-Altmeister. Die "gesungenen" Parts haben unabhängig von der Musik auch nur Balladen-Niveau - kraftvoll geht anders. Ansonsten wird fast pausenlos sanft gesäuselt, lasziv gehaucht, oder wie eben jene Katze gefaucht. Ihr merkt schon, man vergisst beim ganzen Ärgern die Songs. Der Fairness halber gebe ich zu, dass es hier durchaus "nette" Songs und auch gute Parts gibt. Doch für eine Band, die mit Götteralben wie den beiden "The marriage of heaven & hell"-Parts Maßstäbe im Symphonic Metal setzte, sind Songs wie z.B. das grauenvolle "Pagan heart", der todlangweilige Titelsong, und gleich drei Longtracks mit "komm mal auf den Punkt"-Faktor ein echtes Armutszeugnis. Ich hör mir jetzt wieder die alten Heldentaten an, verdränge den durchwachsenen Rock Hard-Auftritt, und lege Virgin Steele wohl ab sofort ad acta. Traurig, traurig. (sw)
- 5/10 -
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