...an dem die Welt unterging
VÖ: 14. Mai 2010 Redfield Records
Das Phänomen WBTBWB geht in die zweite Runde, und im Vergleich zum Vorgänger "Das Monster aus dem Schrank" (2008) hat sich so einiges getan im Lager der Band aus dem Spreewald: Man ist nicht länger nur noch zu Zweit, sondern zu einer "richtigen" 5-Personen-Band gewachsen, und auf dem neuen Album finden sich keinerlei Coverversionen mehr (die noch auf dem Debut vorherrschten), sondern es gibt ausschließlich Eigenkompositionen zu hören, was dem ganzen "Wahnsinn" aber keinerlei Abbruch tut. Nachdem das Debutalbum in den US-iTunes-Charts bereits einen sensationellen Platz 42 (!) belegte, hatten die ersten beiden Songs aus dem neuen Album bereits nach 2 Tagen auf dem MySpace-Profil der Band satte 2 Millionen (!) Plays - davon können anderen (Metal-)Bands nur träumen... Nach dem Intro fällt beim Opener und Titelsong gleich auf, dass der komplette Sound diesmal auch wirklich nach einer Band klingt, und nicht nach einer reinen Produktion am PC. Satte Gitarren, ein präzises und starkes Drumming, und dazu immer wieder kleinere elektronische Spielereien, die aber niemals penetrant im Vordergrund stehen. Ich nenne es mal Elektro-Deathcore mit Grindcore-Schlagseite. Das alles kombiniert mit der krassen Stimme von Sänger Tobi, der sich so richtig derbe austobt, und zwischen fiesen Growls und Pig Squeels, nahezu alles rauskloppt, was seine Stimme hergibt. Insgesamt agiert man auf dem zweiten Album auch um ein Vielfaches abwechslungsreicher. "Oh Mama mach Kartoffelsalat" ist eine herrlich entspannte, fast schon swingende Nummer, der Partysong "Superföhn Bananendate" punktet u.a. mit einer starken Melodie, und teils cleanen Vocals. Bei Songs wie "3008", "Mein Baumhaus", "Wir gehen an Land" oder "Feueralarm" prasseln die reinsten Riff- und Drumgewitter auf einen nieder. Als einzigen kleinen Ausrutscher sehe ich lediglich den gänzlich gitarrenfreien Titel "Der kleine Vampir" an, der in Sachen Text und Gesang kaum über Ballermann-Niveau hinauskommt. Aber davon mal abgesehen: Lässt man diesen Titel, sowie die beiden Intros mal außen vor, so bleiben immer noch 12 verdammt starke Songs, die in jedem Pit für die reinste Party sorgen werden. Aber Vorsicht: Man braucht eine gehörige Portion Humor, um diese Band zu verstehen und zu lieben! Allzu verbitterte Altmetaller werden mit dieser Scheibe vermutlich so rein gar nichts anfangen können. (maz)
- 8/10 -
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