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ZERO DEGREE - Surreal World

VÖ: 23. März 2012
Massacre Records

Seien wir mal ehrlich: Der Melodic Death Metal-Drops ist doch eigentlich gelutscht, oder? Zwar gibt es auch in diesem Genre (und aus Deutschland) immer mal wieder richtige Highlights (z.B. die letzte Night In Gales), aber das sind eher seltene Ausnahmen. Umso erstaunlicher, dass es Zero Degree aus Nordhausen/Thüringen schaffen, diesem arg überstrapazierten Genre frischen Wind einzuhauchen. Das Erfolgsrezept lässt sich dabei nicht auf einen bestimmten Nenner bringen, vielmehr sind es eine Vielzahl an Punkten, die das Debütalbum "Surreal World" zu einem rundum gelungenen Schlag werden lassen. Musikalisch - soweit waren wir ja schon - bieten uns die sechs Herren klassischen Melodic Death Metal, der sich teils deutlich an Bands wie Dark Tranquillity, In Flames oder auch mal Wintersun orientiert - und das auf einem wirklich hohen Niveau. Dazu kommt mit Thomas Bertuch ein Sänger, der auf ganzer Linie zu überzeugen weiß, sowohl bei den Growls, als auch vor allem bei den immer wieder mal eingestreuten klareren Passagen. Highlight des Albums ist aber sicherlich die Tatsache, dass man gleich mit drei Gitarristen auftrumpfen kann, die am laufenden Band traumhafte Iron Maiden-Melodien raushauen. Und die Songs - fast alle jenseits der 5-Minuten-Marke - bieten auch genau diesen Freiraum für eben diese Melodien, sich entsprechend zu entfalten. Anspieltipps zu nennen, wäre jetzt völlig überflüssig, da es keinen einzigen schwachen Song auf "Surreal World" gibt. Nur so viel: Das rasante und (ausnahmsweise) mit einem Synthie beginnende "Grapes Of Wrath" hätten Dark Tranquillity kaum besser hinbekommen. "Surreal World" bietet durchgehend zehn absolut hochwertige Songs, punktet mit extrem starken Melodien, variablem Tempo, einer kraftvollen Produktion und entpuppt sich - tatsächlich etwas überraschend - zu einem wahren Melodic Death Metal-Highlight. (maz)

- 8,5/10 -