TRAILER PARK SEX - Struggle

VÖ: 04. Februar 2013

Nach der 2010er EP "Now Or Fucking Never" des Duos Trailer Park Sex aus Hamburg (Pardon, aus St. Pauli), war ich mir eigentlich ziemlich sicher, was mich auf dem Debütalbum "Struggle" erwarten würde. Doch weit gefehlt. Man ist mittlerweile zu Viert, also eine "richtige" Band und es braucht nicht mal eine Minute des Openers "Requiem For The Bloodless", damit ich ins Zweifeln komme, ob ich auch wirklich die richtige CD eingelegt habe. An "alte Zeiten" erinnert hier fast gar nichts mehr. Der Song kommt mir in manchen Passagen eher wie eine neue moderne Version von Fear Factory vor, was sicherlich auch an den leicht ähnlichen (und wirklich coolen) cleanen Vocals liegt (übrigens einem der Pluspunkte des Albums).
Nach dem ersten Durchlauf der 42 Minuten bin ich allerdings erstmal ein bisschen erschlagen von der Vielfalt der Einflüsse auf "Struggle". Also noch weitere 10x anhören und dann beginnen, die Gedanken zu sortieren. Die gute Nachricht für alle "alten" Fans zuerst: Auf den jazzigen Mathcore im War From A Harlots Mouth-Stil wird nicht komplett verzichtet. "Dirty Little Secrets" und vor allem "Phineas Gage" schlagen noch in diese Kerbe, wenngleich auch etwas "entschärfter". Ansonsten sind die Einflüsse - wie bereits angedeutet - sehr breit gefächert. In "A Big Nice Cup Of Fuck You" (extra Punkt für den Titel!) schimmert ein bisschen Machine Head durch, "Ain't No Life" vereint - so ungewöhnlich es klingen mag - Nu Metal mit Tool und Breakdowns, während man bei "We've Got Business (Animal Liberation Anthem)" mit einem ganz dezenten südamerikanischen Flair auch mal an Soulfly/Ill Nino erinnert.
Im Vergleich zur bereits erwähnten EP ist "Struggle" noch viel abwechslunsgreicher, intensiver, melodischer und auch nachvollziehbarer geworden. Auch wenn man die Liste der Einflüsse mit solch illustren Bands wie Refused oder The Dillinger Escape Plan nahezu beliebig weiterführen könnte ... Fakt ist jedenfalls, dass sich die lange Wartezeit auf dieses Debütalbum zweifelsfrei gelohnt hat. Es gibt nicht viele Alben, deren Abwechslungsreichtum so enorm groß ist, dabei aber dennoch sowas wie einen roten Faden haben und nicht einfach nur elf völlig unterschiedliche Einzelsongs aneinanderreihen. Mein persönliches Highlight ist übrigens "The March Of The Unavoidable". Ein Song, der so ungewöhnlich "alternativ" anfängt, dass man meinen könnte, gerade den nächsten Hit aus den US-Airplaycharts zu hören - bis er dann plötzlich in ein Riff- und Moshgewitter umschlägt ... starke Sache!
Erhältlich ist "Struggle" auf allen gängigen Downloadportalen, allerdings leider (noch?) nicht als physische CD. (maz)

- 8/10 -

www.facebook.com/trailerparksex


 



ALIVE AT LAST - Alive At Last
HÖRNERY - Demo 2013