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Scar Symmetry

06. Oktober 2006
Osnabrück - Rosenhof


Scar Symmetry sind nun schon zum zweiten Mal in Deutschland unterwegs. Im April wart ihr als Opener der Neckbreakers Ball-Tour unterwegs. Welche Unterschiede könnt ihr bereits jetzt feststellen?

Hendrik Ohlsson: Wir verkaufen dieses Mal mehr Merchandise und können uns einfach besser den Fans vorstellen, da wir im April ja immer als Erste von fünf Bands ran mussten. Wir haben bei dieser Tour 45 min. plus eine eventuelle Zugabe, wenn die Fans sie wollen. Das ist einfach besser.

(Und sie wollten, siehe Konzert-Review)
Da sind wir dann ja schon bei der Musik. Jeder braucht Vergleiche. Und euch vergleicht man sehr oft mit Soilwork, In Flames oder sogar Edge Of Sanity wegen des Gesanges. Wie geht ihr damit um? Ist das okay, oder eben nicht? Oder könnt ihr es nachvollziehen?

Klar haben wir nichts dagegen. Aus unserer Sicht sind wir keine Soilwork-Clones, ich finde wir haben schon unseren eigenen Stil. Aber wenn die Leute meinen, daß wir nach In Flames klingen, ist das auch okay solange sie unsere Musik mögen. Das ist immer noch das Wichtigste. Im Grunde kümmern wir uns aber recht wenig um solche Aussagen, denn jeder hat seine eigene Meinung.

Und was macht eure Band dann so Besonders im Vergleich zu den Anderen - aus Deiner eigenen Sicht.
Wir mixen verdammt viele Stile, haben dabei z.B. aber einen klassischen Death-Metal-Backround aus den 90ern (z.B. Centinex - sw), ebenso wie Einflüsse aus dem typischen 80er Heavy Metal. Und daraus versuchen wir etwas Frisches zu kreieren, etwas Neues und Anderes im Gegensatz zu unserer Vergangenheit. Schau dir unsere Gitarristen/Hauptsongwriter an. Per steht auf viel progressives Zeug und spielt auch Fusion Jazz. Jonas dagegen ist der klassische Metaller. Das hört man schon.

Was kannst du uns über das Leben auf Tour erzählen? Wie sieht es mit Regeln im Tourbus aus? Habt ihr da schon Erfahrungen gewonnen?

Wir selber haben leider keine Regeln, da der Busfahrer sie macht!

Also keine Flatulenzen!
Oh doch und ich sage Dir, es riecht ziemlich übel. Und dann noch die durchgeschwitzen Klamotten. Wenn du mal daran riechst (deutet auf einige aufgehängte Shirts im Hintergrund), dann weißt du was ich meine.
Man hat halt nicht so viele Shirts zum Mitnehmen. Beim Soundcheck schwitzt man und trocknet danach wieder. Und nach der Show ist sowieso alles klitschnass. Es geht nicht anders. Es riecht halt. Es ist der Geruch des Geschäfts.

Lecker! Aber 'ne gute Überleitung. Ihr als Einzelpersonen seid ja schon einige Jahre länger dabei und die Szene ist immer schnelllebiger geworden. Welche Ratschläge kannst Du jungen Bands mit auf den Weg geben, damit sich die Fans auch für sie interessieren?

Erstens, konzentriert euch auf das Songwriting und holt immer das Bestmögliche heraus. Und wenn eine Plattenfirma mit einem Vertrag winkt, PRÜFT DEN VORHER! Denn so gut wie jeder will dich irgendwie übers Ohr hauen. Wir hatten bereits unsere Erfahrungen damit. Es geht immer wieder um das liebe Geld. Jeder will seinen Teil haben und die Band bekommt es immer als Letzte - wenn sie etwas bekommt. Und dabei machen wir doch die ganze Arbeit!

Als was arbeitest Du eigentlich hauptberuflich zur Zeit?
Ich arbeite in einer Stahlfabrik in meiner Heimatstadt.

(Ein echter Metaller halt) Das heißt, Du bist körperlich ziemlich fit?
Öhm ... ja, außer wenn ich auf Tour gehe.

Aber das ist ja auch ziemlich anspruchsvoll.
Aber nicht die 23 Stunden vor der Show. Danach wird dann erstmal Alkohol vernichtet. Ich meine, wir bekommen das Zeug umsonst. Dann muss man das ja auch trinken. Und geschlafen wird eher tagsüber und wir stehen erst nachmittags auf. Je nachdem wie viel Zeit wir haben und/oder wie stark der Kater ist, gehen wir danach meistens in die jeweilige Stadt und schauen uns ein wenig um.

Gibt es abschließend noch eine lustige oder interessante Story zu dieser Tour?
Komischerweise nicht. Bis dato war es alles ziemlich ruhig und verhalten. Aber wir waren vor ein paar Tagen noch in den Niederlanden um das Progpower Festival zu spielen. Da ging es einigen Herrschaften nicht so gut. Ich nenne jetzt keine Namen, aber die hatten doch ziemlich mit ihrer Motorik zu kämpfen. Warum, muss ich wohl nicht erwähnen?!

Warum? ... ach ja, klar ... Holland. Okay, die Message ist angekommen!






Das Interview führte Siegfried Wehkamp.
Foto: Marco Zimmer