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 | Bring Me The Horizon, 28.10.2009 |
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Münster - Skater's Palace Support: A Day To Remember, August Burns Red
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Was für ein Paket: A DAY TO REMEMBER (USA), AUGUST BURNS RED (USA) und als Headliner BRING ME THE HORIZON (UK), die erst kürzlich vom Metal Hammer treffenderweise als "der momentan heißeste Scheiß von der Insel" bezeichnet wurden. Angesichts dieser drei Bands dürfte der heutige Abend jedem modernen Metalfan, der etwas mit dem Begriff "Core" anfangen kann, die reinsten Freudentränen in die Augen treiben.
Und dafür nimmt man sich als mega-metal-Schreiberling doch gerne extra Urlaub...
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Den Beginn machen heute AUGUST BURNS RED. Bei den streng christlichen Metalcorelern aus Lancaster/Pennsylvania fällt zu Beginn erstmal das Saiten-Trio auf, das komplett in Flipflops auf der Bühne steht. Wer's mag... Technisch kann die Truppe rund um Fronter Jake Luhrs jedenfalls vollends überzeugen, und für eine Supportband ist die Stimmung im sehr gut gefüllten Skater's Palace bereits auf einem ersten Höhepunkt, zumal der von vielen Breakdowns geprägte Sound heute bestens ankommt. Nach einer kleinen Geburtstagstorten-Zeremonie für Drummer Matt Greiner, und dem starken Abschlußsong "Composure", ist der wirklich großartige Auftritt nach einer halben Stunde auch schon wieder zu Ende. Zukünftig bitte mehr davon.
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Das, was dann bei A DAY TO REMEMBER abgeht, kann fast schon als Ausnahmezustand bezeichnet werden. Mit so einer breiten Fanbase hätte selbst ich nicht gerechnet. Dabei ist der Sound des Quintetts aus Ocala/Florida heute der "softeste" - irgendwo zwischen Post-Hardcore und Pop-Punk mit tiefen Growls. Und das scheint eine Mischung ganz nach dem Geschmack des heutigen Publikums zu sein, zumal die vielen cleanen Passagen in den Songs genug Möglichkeiten zum Mitgröhlen liefern, was das feierwütige Partyvolk auch ausnahmslos annimmt. Während all den starken Songs wie "The downfall of us all", "Homesick" und solch kurios wirkenden Titeln wie "NJ legion ice tea" oder "I'm made of wax, Larry, what are you made of?" segeln laufend Crowdsurfer nach vorne in den Graben. Das ist ein fast schon denkwürdiger Auftritt, den es im Anschließenden erst noch zu toppen gilt.
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...und genau da liegt das "Problem", denn BRING ME THE HORIZON schaffen es nur bedingt, die Stimmung zu halten. Natürlich ist das Gekreische der U18-Fraktion erstmal groß, als Oli Sykes, Sänger und Aushängeschild der Band, sowie Idol einer ganzen Szene, die Bühne betritt, und daß die jungen Briten mit dem eröffnenden "Chelsea smile" gleich einen ihrer stärksten Songs raushauen, sorgt natürlich auch für tosenden Beifall. Nach dem obligatorisch ausgestreckten Mittelfinger bei "Sleep with one eye open" und dem vom Publikum lauthals gebrüllten "F*ck you!" im Intro des Songs, scheint die Stimmung zwar stetig zu stiegen, was das nachfolgende "The comedown" auch noch untermauert, doch dann kommt es praktisch zu einem Break: So großartig der Song "Suicide season" auch ist, aber als Live-Song, noch dazu mitten im Set, ist er reichlich ungeeignet, denn das ist kein kurzer und knackiger "Partysong", sondern ein - für dieses Genre - eher ungewöhnliches Kunstwerk, das wegen seines epischen Charakters, seiner Überlänge (8 min.), und seiner zwischenzeitlich ruhigen Töne, nicht nur das Tempo aus dem Set herausnimmt, sondern leider auch die Stimmung aus dem Publikum. Und erstmals fällt mir in diesem Moment auf, wie reinrassig metallisch und gänzlich ohne "core" die Truppe doch sein kann - wenn sie denn will. Daß man damit beim heutigen Publikum natürlich nur schwer punkten kann, ist klar. Auch wenn es mit "Diamonds aren't forever" den vermutlich größten Höhepunkt des Sets gibt, aber als dann nach gerade mal 45 Minuten und 7 Songs, das (eingeschaltete) Mikro auf den Bühnenboden aufschlägt, und die Band recht überraschend und spontan die Bühne verlässt, herrscht in der Halle erstmal allgemeines Schweigen und Ratlosigkeit in den Gesichtern, bis es dann endlich mit der Forderung nach einer Zugabe losgeht. Und ganz ehrlich - es hätte mich gar nicht mal gewundert, wenn die Band auf die Zugabe verzichtet hätte. Aber nach einem recht wüsten und technoiden Intro (vermutlich vom kommenden rein elektronischen Remix Album der Band) gibt es abschließend noch "Football season is over", zu dem sich Sänger Oli rund 30/40 Fans mit auf die Bühne holt - sehr zum Leidwesen der Security. Das war zwar heute keinesfalls ein schlechter Auftritt, aber zumindest einer der Marke "solide, kurz und bündig".
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Fazit: Man muß so ehrlich sein, und zugeben, daß A DAY TO REMEMBER heute der eigentliche Headliner waren. Das mag sicherlich auch daran gelegen haben, daß man die Truppe hierzulande nur eher selten zu Gesicht bekommt, während sich BRING ME THE HORIZON nach wie vor den Allerwertesten abtouren - alleine ich habe die Band jetzt ohne großartig weit fahren zu müssen, in knapp vier Monaten nun auch schon 4x live gesehen. Ich glaube, ein erster Sättigungsgrad ist erreicht. Ich empfehle eine kleine Auszeit, und eine Konzentration auf das nächste Album...
Setlist - Bring Me The Horizon
Chelsea smile Pray for plagues Sleep with one eye open The comedown Suicide season The sadness will never end Diamonds aren't forever
Football season is over
Text & Fotos: Marco Zimmer
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